12. Dezember – Muttergefühle

Isa von Vegan und Lecker kenne ich eigentlich schon seit Beginn meiner Bloggerkarriere und bewundere seitdem ihre tollen kreativen Rezepte, für die ihr die Ideen anscheinend nie ausgehen. Und sie macht ihrem Blogtitel wirklich alle Ehre (und das mittlerweile schon seit 2009!) – egal, ob Mini-Zimtschnecken, Mandel-Mayonnaise oder ganz rustikale Gerichte wie der Geschmorte Tofu, den man jetzt ja auch toll zur Weihnachtszeit servieren kann.

Heute berichtet sie uns von einem ganz besonderen Moment diesen Jahres :-) Danke für diesen wunderschönen Post, liebe Isa!


Liebe Laura,

vielen Dank, dass ich bei deinem Achtsamkeits-Adventskalender mitmachen darf :-) Eine sooo schöne Idee!

Mein besonderer Moment dieses Jahr, von dem ich noch lange zehren werde, ist die Geburt unseres zweiten Sohnes im September.

Einmal natürlich, weil die Geburt eines Kindes grundsätzlich etwas Besonderes ist, was mal eben die Welt aus den Angeln hebt von Jetzt auf Gleich. Ich glaube, ein einschneidenderes Erlebnis gibt es nicht…

Für mich war diese zweite Geburt aber nochmal etwas mehr besonders. Nicht die Geburt an sich, denn die war schlimm (aber schnell…), aber der erste Moment danach. Denn ich konnte dieses Kind von Beginn an lieben.

Das klingt vielleicht komisch für die meisten, aber für mich war dieses Gefühl besonders und erstmalig. Denn beim (jetzt) großen Sohn konnte ich das nicht. Ich litt an postnatalen Depressionen und alles, was ich nach der Geburt dachte war: `Gott sei Dank ist die Geburt vorbei und jetzt komme doch bitte endlich mal die echte Mama von diesem Kind und nehme es mit, denn ich weiß gar nicht, was ich damit soll und will`. Das klingt schlimm. Es war auch schlimm. Ich möchte da aber gar nicht weiter drauf eingehen, denn hier geht es ja um besondere und magische Momente :-) . Außerdem ist diese Zeit zum Glück längst vorbei Dank Hilfe.

Umso dankbarer war und bin ich aber für die Tatsache, dass es dieses Mal anders war und ist. Ich konnte direkt nach der Geburt Glück empfinden. Glück und Liebe für dieses wunderbare kleine Bündel, was ich gerade geboren hatte. Diese Muttergefühle waren und sind so überwältigend schön, dass ich keinerlei Worte dafür habe.

Ich bin so froh, überhaupt in der Lage zu sein, so etwas empfinden zu können und das macht mich unglaublich stolz.

Diesen Moment werde ich in mir konservieren und mich hoffentlich für immer daran erinnern (alleine bei dem Gedanken daran kommen mir schon fast wieder Tränen…).

Danke, dass ich so etwas erleben durfte. Danke, kleiner M.

10. Dezember – Herbstbild

Türchen Nummer 10 öffnet heute Maria für uns. Sie schreibt auf ihrem Blog „Das Mädel vom Land“ über „Geschmackssachen, (Ess-)Geschichten und Ernährungsgrübeleien“ und bietet uns verschiedene Gaumenfreuden, unter anderem leckere Kokostrüffel oder Brennesselpizza! Richtig cool!

Heute schreibt sie für uns über einen sehr bewegenden Moment des letzten Jahres. Vielen Dank für diesen schönen Artikel, liebe Maria!


Vor einiger Zeit wurde bei uns im Ort eine junge Frau beerdigt. Ich kannte sie nicht besonders gut, eher von weitem. Sie war erst 32 Jahre alt und Mutter von drei Kindern, das kleinste gerade mal ein Jahr. Genau wie bei mir.

Eine besonders aggressive Krebserkrankung hat sie binnen kürzester Zeit dahingerafft, so schnell, dass es vielen bis zum Schluss schwerfiel, das Geschehen zu begreifen. Dann war sie tot.

Seither denke ich immer, wenn mich die Herausforderungen, die der Alltag mit drei kleinen Kindern so mit sich bringt, an meine physischen und psychischen Grenzen treiben, an sie. Bestimmt war sie traurig und verzweifelt, dass es ihr nicht vergönnt war, ihren Nachwuchs heranwachsen zu sehen. Vielleicht war sie aber auch einfach nur dankbar, dass sie ihnen das Leben schenken durfte, dass sie gesund sind, dass sie einen Vater haben, der sie liebt. Dann singe ich mit Sarah Connor: Hör nicht auf, dich zu verschwenden, mit vollen Händen – auch wenn es weh tut, so richtig weh tut – lass es passieren, zieh dir das Leben richtig rein – mit vollen Händen …

Ich möchte Lauras Idee zu einem Advent der Achtsamkeit um einen Aspekt erweitern: den der Dankbarkeit. Sie ist für mich eine Schlüsseltugend zu einem erfüllten Leben. Jeden einzelnen Tag gibt es Dinge, für die wir dankbar sein können. So wie an jenem warmen Nachmittag im späten Herbst, an dem meine Familie und ich von goldenem Licht umspült eine kleine Wanderung unternahmen und auf dem Rückweg eine herrliche Aussicht ins Tal genießen durften. Solche Momente wiegen so viel auf, wenn man sich nur darauf einlässt, sie ganz bewusst wahrzunehmen. Das sind Augenblicke für die Ewigkeit, für die ich unendlich dankbar bin.

 

9. Dezember – Von Wünschen, inneren Zwiegesprächen und Rumkugeln

Ruth und Dirk von „We love it vegan“ kenne ich eigentlich hauptsächlich über ihren Instagram-Kanal. Dort liefern die beiden regelmäßig schöne Fotos von Essen, bei denen einem das Wasser im Mund zusammenläuft, beispielsweise blaue Bananen-Nicecream, Gnocchi, Kartoffeln und Gemüse in diversen Variationen oder ab und zu auch etwas indisches. Seit 2013 leben die beiden schon vegan und diese Erfahrung zeigt sich in den tollen Rezepten. Heute allerdings folgt ein etwas persönlicherer Post der beiden. Vielen Dank für eure Offenheit, und ich glaube, die Rumkugeln sollte ich demnächst auch mal probieren…


Von Wünschen, inneren Zwiegesprächen und Rumkugeln

Unser ganz persönlicher und besonderer Augenblick im Jahr 2017 ist erst ein paar Tage her:
Nach über einem Jahr Pause haben wir endlich wieder die Arbeit an unserem Blog aufgenommen.
Wir lassen ein unglaublich stressiges und arbeitsintesives Jahr hinter uns, es gab kaum Zeit für private Aktivitäten, vom Bloggen ganz zu schweigen. Dabei hatte es zunächst ganz harmlos begonnen: Zuerst kam ein „dann schaffen wir es eben nicht diese Woche zu schreiben“ , daraus wurde ein „nächste Woche, nächste Woche schaffen wir es ganz sicher“ und am Ende blieb nur noch ein „na ja, jetzt ist es auch egal“.
Uns so hatten wir uns irgendwann damit abgefunden, unseren Blog einschlafen zu lassen.
Aber irgendwie kam immer wieder eine leise Stimme, die sagte:“ Willst du wirklich damit aufhören? Es hat Dir doch solchen Spaß gemacht…“ und sofort antwortete mein Kopf:“ Ja, aber Du hast doch keine Zeit dafür, weil…“.
Hin und wieder schwieg die Stimme, mal war sie leise, mal laut und drängend aber nie wirklich verschwunden.
In unserem Urlaub – als endlich Ruhe eintrat – stellt wir beide fest, dass wir mit unsrem Leben im Augenblick ziemlich unzufrieden waren. Auf der Suche nach dem „Warum ist das so?“ kamen wir bald auf die Lösung:
Schleichend war viel zu viel „müssen“ und „sollen“ in unser Leben gekommen und kein Platz mehr für „wollen“ und unsere Wünsche.
Nach dieser Erkenntnis war klar: So konnte / durfte es nicht weiter gehen!
Also haben wir uns mit Block und Stift zusammengesetzt und Ideen gesammelt, Ideen für ein Leben mit weniger Arbeit und mehr freier Zeit.
Aktuell sind wir gerade im „Um-organisations-Prozess“, einiges ist schon umgesetzt, andere Dinge sind zwar noch im Werden, aber es ist positive Bewegung in unser Leben gekommen, alleine das macht schon unglaublich viel aus…
Und letzte Woche war es dann soweit, endlich haben wir wieder eine Rezept auf unserem Blog veröffentlich.
Wir haben in der Küche gewerkelt, genascht, gelacht und fotografiert, als wäre es nie anders gewesen :-)
Warum wir euch das schreiben? Ganz einfach, wir möchte euch eine kleine Botschft für 2018 und den Rest des Leben mitgeben:
Hört auf euer Herz und die leise Stimme in euch. Die Beiden wissen ganz genau was für euch gut ist… Den Rest kann man organisieren, vielleicht braucht es dafür nur manchmal etwas Kreativität und / oder einen anderen Blickwinkel, aber es ist immer möglich.

Und wenn ihr beim Lesen Hunger bekommen habt oder einfach nur so mal bei uns vorbei schauen wollt, dann könnt ihr auf unserer Seite seit letzter Woche unser neues Rezept für leckere vegane Rumkugeln finden:  https://weloveitvegan.com/2017/12/02/rumkugeln-eine-klassische-vegane-leckerei/

Das war er, unser schöner Augenblick 2017 :-)

8. Dezember – Kokos-Nuss-Makronen

Hallo ihr Lieben,

Backen ist für mich auch immer so eine Art  Meditation. Es bringt mich unheimlich runter, mich eine Zeit lang auf nichts anderes als den Kuchen oder die Kekse zu konzentrieren und an nichts anderes zu denken. Ich liebe es auch währenddessen regelmäßig zu probieren und zu verfeinern. So toll! Heute stelle ich euch ein neu ausprobiertes Rezept vor: Mandel-Nuss-Makronen! Sehr fettarm und wenn ihr den Puderzucker durch Stevia oder Xucker ersetzt, sogar auch noch kalorienarm. Aber mal ehrlich: Wer will in der Weihnachtszeit schon Kalorien zählen?? Ich hoffe doch niemand von euch!

Kokos-Nuss-Makronen

Ihr braucht:

_Das abgetropfte Wasser von zwei Dosen Kichererbsen

_ 2 TL Weinsteinbackpulver

_2 TL Johannesbrotkernmehl

_80 g Kokosraspel

_80 g gemahlene Mandeln

_ 160g Puderzucker

_ etwas frische Vanille

Kichererbsenwasser (Aquafaba) mit Backpulver und Johannesbrotkernmehl aufschlagen, sobald es steif ist, Kokosraspel, Mandeln, Vanille und Puderzucker unterrühren. Bei 160°C circa 25 Minuten backen (zwischendurch schauen, wann sie leicht braun werden). Wenn ihr wollt, könnt ihr sie gerne noch in Schokolade tunken.

Guten Appetit!

  

7. Dezember – Momente, auf die ich mich freue

Schöne Erlebnisse in diesem Jahr, auf die ich mich noch freue:

_Das vegane Weihnachtsdinner mit unserem Dinnerclub inkl. Wichtelgeschenken und „guter deutscher Küche“

_Einen entspannten Tag in der Sauna

_Ein Konzertbesuch: „Pohlmann unplugged“ mit meinem Papa

_Mit meiner besten auf den Münsteraner Wochenmarkt zu gehen

_Mit meiner anderen besten ins Theater zu gehen: „Er ist wieder da“

_Mit meinen anderen besten auch ins Theater zu gehen: „Wunschkinder“

_Meine Verwandtschaft an Weihnachten wiederzusehen und mit ihnen Wein zu trinken

_Ein ruhiges Silvesterfest

_Mit meiner Schwester Weihnachtskekse zu backen

_Meine neuen Turnschuhe das erste Mal ins Gym anzuziehen

_Vegan Bake Sale am 17.12. in Münster

_Mich von meinem Freund verwöhnen zu lassen, während ich zwischen Weihnachten und Neujahr an meiner Masterarbeit schreibe (wusstet ihr, dass er fantastisch vegan kochen kann? <3)

_Mit meiner Familie am 24.12. vor dem Tannenbaum zu sitzen, an unsere Großeltern zu denken und einfach nur glücklich zu sein.

6. Dezember – Heimkommen (Melanie)

Verschiedene kleine Mosaiksteine ergeben ein ganzes. So auch bei dem Blog von Melanie, 24 Jahre, die auf ihrem Blog Mosaiksteine ein buntes Bild aus Reiseberichten, Rezepten und diversen Tipps für vegane Reisende gibt.

Ihr neuestes Rezept beispielsweise sind vegane Schoko-Butterkekse, und die sind so schön anzusehen, dass ich am liebsten meine Hände durch den Monitor strecken und mir einige klauen würde. Heute nimmt Melanie uns mit auf einen Augenblick in der Bretagne. Viel Spaß mit dem Artikel am Nikolaustag und vielen Dank für den schönen Text, liebe Melanie!


 

Die Bretagne, das ist für mich immer ein bisschen wie nach Hause kommen. Ganz besonders hier an der Côte de Granit Rose. Schließlich bin ich schon als Kind über die vielen Felsen geklettert und seitdem viele Male wiedergekommen. Am Meer fühle ich mich sowieso immer wohl, das war schon immer so. Ich könnte Stunden einfach nur dastehen und die Wellen beobachten.

Dieses Jahr war der Urlaub aber ganz besonders schön. Zum Einen weil ich seit langem wirklich mal wieder richtig abgeschaltet habe und das Handy (außer zum Fotografieren) aus blieb und zum Anderen, weil ich endlich mal wieder im Sommer dort war. Dann, wenn die Hortensienbüsche am schönsten blühen. Wenn das Meer in der Sonne glitzert und von glasklar bis türkisblau alle nur möglichen Nuancen annimmt. Wenn man die Füße nach einer langen Wanderung im Wasser abkühlen kann und die Krebse unter Wasser beobachten kann, wie sie davonhuschen.

Obwohl ich schon so oft hier war, entdecke ich immer wieder neues. Diesmal habe ich die Landschaft vor Allem zu Fuß und das erste Mal mit dem Kajak vom Wasser aus erkundet. Mein liebster Platz ist aber hier oberhalb der Felsen, mit Blick auf den Leuchtturm. Es gibt hier keine schönere Aussicht und ich weiß, ich werde immer wieder herkommen.

 

5. Dezember – Die raffinierte Art auf Dinge zu scheißen.

So hart sich der Titel anhört, so zart ist doch das, was ich damit aussagen möchte. Es geht darum, sich auf seine Ziele zu fokussieren und unwichtige Dinge einfach aus dem Leben zu streichen. Man merkt: Menschen, denen öfter mal einige Dinge egal sind, sind erfolgreicher. Weil sie sich zum einen nicht an Kleinigkeiten aufhalten und zum anderen die Aufmerksamkeit fokussieren. Ich übe seit einiger Zeit, öfter mal auf Sachen zu sch***, die mir eigentlich egal sein sollten. Trivialitäten, Randbemerkungen, Kommentare, ungewollte Verabredungen. Das machen, was für einen selbst wichtig ist. Das soll nicht bedeuten, dass mir dadurch Sachen gleichgültig sind. Sondern nur die unwichtigen Sachen. Ob die Sockenpaare, die ich in der Waschmaschine gewaschen habe, auch wirklich wieder zueinander finden. Ob ich auf jemanden böse bin, weil er oder sie meinen Geburtstag vergessen hat. Ob der Typ neben mir beim Bäcker 20 Cent zu wenig hat und ewig lange in seiner Tasche wühlt. Antworten sind folgende: Socken kann man auch anziehen, wenn sie nicht zusammen passen (oder ihr macht es euch so wie ich einfach und kauft nur schwarze Socken, die passen immer zusammen). Geburtstage vergesse ich selber auch oft genug und dem Typ ist mit 20 Cent schnell geholfen und ich kann mir endlich selber meine Brötchen holen.

Das sind jetzt nur kleine Beispiele. Aber versucht es mal. Sich selber einfach zu sagen: „Who cares?“ Wir haben alle nur eine begrenzte Menge an „Fucks“, die wir geben können. Setzt sie sparsam ein!

Weitere Situationen, bei denen man einfach mal drauf sch*** sollte:

Wenn dich jemand fragt, ob du zugenommen hast.

 

Wenn du zu einer Party eingeladen bist, bei der viele andere Leute auch sind, und wo es nicht schlimm wäre, wenn du nicht kommst, und lieber im warmen Bett bleibst. (Du solltest allerdings vorher kurz überlegen, ob es die Person wirklich nicht verletzen würde, wenn du nicht auftauchst)

 

Wenn du auf einer Tupperparty bist und jemand dir etwas verkaufen will.

 

Ob du die neuesten Lieder kennst und auf jeder Party mitsingen kannst.

 

Wo die olympischen Spiele stattfinden und wer welche Medaillen gewinnt.

 

Ins Fitnessstudio zu gehen, wenn du absolut keine Lust hast.

 

High Heels. Wer kann in den Dingern schon laufen.

 

Donald Trump.

 

ein eingerissener Fingernagel.

 

Wie viele Kalorien dieser Kuchen hat, den ich während des Schreibens des Beitrags esse.

 

Dem süßen Typen, den du gestern mit nach Hause genommen hast, auf keinen Fall zuerst zu schreiben.

 

 

weiterlesen: ‘ The Life Changing Magic of Not Giving a Fuck‘ by Sarah Knight

4. Dezember – das vegane Backen

Vanessa kenne ich jetzt seit etwas über einem Jahr. Wir haben uns auf der Frankfurter Buchmesse kennengelernt, und wo ich meine Kreativität hauptsächlich mit Bloggen auslebe, schreibt sie tolle Bücher. Spannende Thriller sind ihr Lieblingsgenre – und das beste – alle für wenig Geld als EBooks verfügbar! (Hier seht ihr ihre Autorenseite auf Amazon.)

Ich kann euch nur den Thriller „Im Regen verbrannt“ ans Herz legen. Er ist so geschrieben, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen möchte und richtig mitfiebert. Seit einiger Zeit lebt Vanessa auch vegan und hatte daher Lust, an meine Adventskalender teilzunehmen. Hier kommt ihr Beitrag, viel Spaß damit!


Schöne Erlebnisse sind manchmal so „klein“, aber zaubern uns für die Ewigkeit ein Lächeln ins Gesicht. Ich habe ziemlich gegen mein Umfeld „kämpfen“ müssen, als ich beschlossen hatte, nicht nur vegetarisch, sondern vollständig vegan zu leben. Diese Entscheidung fiel mir persönlich sehr leicht, aber das ständige Diskutieren war ich schnell leid. Irgendwann habe ich beschlossen, dass ich mich nicht mehr an solchen Gesprächen beteilige und einfach genau so lebe wie ich möchte, ohne Rechtfertigung. An diesem Tag entstand auch mein erstes selbstgebackenes (natürlich veganes) Brot. Daher möchte ich dieses Bild mit euch teilen 😊

Ich finde es nach wie vor wichtig, dass die Menschen mehr Informationen über vegane Ernährung erhalten. Daher habe ich beschlossen in einem meiner nächsten Bücher dieses Thema einfließen zu lassen und auf diese Weise mit einigen Vorurteilen aufzuräumen.

Ich wünsche euch allen frohe Weihnachten und einen wundervollen Start ins neue Jahr.

3. Dezember – Achtsamkeit üben (Claudia)

Minimalistisch Intuitiv Vegan ist als Blog die Schnittstelle zwischen Claudias Youtube–  und Instagram-Kanal, auf denen uns Claudia regelmäßig mit diversen News über das Thema Veganismus, Vegan Leben, aber auch anderes wie z.B. ihr Bullet Journal oder das Schlafexperiment versorgt.

Außerdem veröffentlicht sie einen wöchentlichen Vlog und – was mir persönlich am besten gefällt – ein Food Diary! Minimal handeln ist für uns alle sicher zunächst ein Fremdwort, doch Claudia hat die Absicht mit ihrem Blog das Wohlgefühl an uns alle weiterzugeben und uns zu inspirieren. Heute gibt sie jedoch ihre persönlichen Gedanken und Erfahrungen zum Thema Achtsamkeit weiter. Vielen Dank für diesen schönen und ehrlichen Post, liebe Claudia!


Liebe Laura,

schön das ich ein Teil deines Adventskalenders sein darf, mein heutiges Thema ist die Achtsamkeit und dabei möchte ich ein klein wenig ausholen, wie ich zum Thema Achtsamkeit überhaupt gekommen bin.

Über 20 Jahre hatte ich ein ziemlich verkorkstes Essverhalten. Wie sehr viele Frauen, machte ich eine Diät nach der anderen und war dadurch sehr kritisch zu mir. Die Meinung, dass nur dünne Menschen in unserer Gesellschaft Erfolg haben können oder schön sind, war für mich allgegenwärtig. Mein Essverhalten war genau durch diese Einstellung sehr von meinen Diäten geprägt. Ich spürte keinen echten hunger mehr und wann ich satt war kannte ich nicht mehr. Es waren so viele Diäten und alle beruhten auf dem Prinzip zu wenig zu essen.

Vor fast 3 Jahren lernte ich das intuitive Essen kennen und ich entschied mich, alles zu ändern was vorher so normal war. Genau auf diesem Weg lernte ich die Achtsamkeit kennen, zuerst noch in Verbindung mit dem Essen, später auch im allgemeinen Leben. Was aber genau ist Achtsamkeit? Die Achtsamkeit kommt ursprünglich aus dem Buddhismus und wird dort in der Meditation angewandt. Aber keine Sorge, du musst keine Meditation erlernen um achtsam zu sein. Die Achtsamkeit soll hell und wach die gegenwärtige Situation betrachten. Bei stressigen Lebensabschnitten oder Situationen die äußerst unangenehm sind, werden diese betrachtet und erlebt. Aber nach Möglichkeiten nicht bewertet oder weiter gesponnen.

Wenn ich an mich selbst denke, so bin ich ein äußerst nervöser Mensch. Dies liegt dem zugrunde, das ich Situationen immer zu weit denke. Ich stelle mir vor, was passieren könnte. Ob das die Suche nach dem Parkplatz ist, obwohl ich noch nicht mit dem Auto auf dem Parkplatz stehe, oder eben andere Dinge. Ich erwische mich dann grundsätzlich immer, dass ich immer nervöser werde und Nervosität hat nicht nur auf mich eine negative Wirkung was die Gesundheit betrifft. Schon damals, als ich angefangen habe intuitiv zu essen, bemerkte ich das ich immer ruhiger werde. Ich bin definitiv ruhiger als früher, aber der Weg ist noch lang um wirklich sagen zu können, dass meine Nervosität für mich kein Problem mehr darstellt.

Was wir in unserem alltäglichen Leben also falsch machen ist, das wir beim Aufstehen schon an die Arbeit denken und den Stress, der uns über den Tag verteilt erwartet. Es ist wirklich wichtig, die Gegenwart zu erleben, also wenn du aufstehst wirklich nur an das Aufstehen zu denken. Erst vor kurzem lernte ich den Miracle Morning kennen. Hier nimmt man sich 1-2 Stunden eher Zeit, um in den Tag zu starten. Ich bin eine Woche um 5 Uhr früh aufgestanden, was mich anfänglich wirklich geschlaucht hat. Ich habe aber schnell feststellen können, das genau dieses früher aufstehen dazu geführt hat, dass ich mir weniger Sorgen gemacht habe. Nervös war ich glaube ich in der ganzen Woche nicht eine einzige Minute lang.

Achtsamkeit ist wie ein Muskel, der mit genügend Training mit der Zeit immer stärker wird. Was sich früher bei mir nur aufs Essen reduzierte, weitete sich sehr schnell auf mein ganzes Leben aus. Und je mehr man übt, desto besser funktioniert es. Sei aber nicht zu streng zu dir, es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Ich möchte dir diese kleine Übung mit auf den Weg geben. Sammle über den Tag verteilt achtsame Momente. Das kann deine Atmung sein, die du ganz ohne Wertung über den Tag verteilst beobachtest. Das können aber auch Wolken am Himmel sein, die ich liebe zu beobachten. Nehme dir 5 Haselnüsse, es können auch Bonbons sein oder Steinchen wie bei mir und pack dir diese Steinchen in deine rechte Hosentaschen. Diese Steinchen ermöglichen es dir, das du dein Vorhaben über den Tag verteilt nicht vergisst. Immer dann, wenn du einen achtsamen Moment erlebst, nimmst du ein Steinchen aus deiner rechten Hosentasche und packst es in die Linke.

Wenn du das Ganze mit Bonbons oder Nüssen machst, achte darauf das du deine Erinnerung erst am Abend isst. Schau am Abend nochmals nach, was dir über den Tag verteilt an achtsamen Momenten gelungen ist. 5 klingt im ersten Moment nach ziemlich wenig, aber ich kann dir jetzt schon sagen, dass du es gerade am Anfang nicht immer schaffen wirst. Hier nochmals, sei nicht zu streng zu dir. Achtsamkeit blüht und wächst, je häufiger man sie anwendet.

Ich wünsche dir bei deinem Vorhaben viel Erfolg

Alles Liebe

Coco

2. Dezember – Save The Queen! (Frau Schmöth)

„Die Welt verändern ist im Grunde ganz simpel“, sagt Sabine, und das bedeutet für sie, dass jeder noch so kleine Schritt in die richtige Richtung schon viel ausmachen kann. Jeder hat die Wahl, sich für eine der Möglichkeiten zu entscheiden, und Sabine oder Frau S., ihr Pseudonym auf ihrem Blog, macht dies seit 2012 mit ihrem eigenen Blog „Frau S. verändert die Welt“.

Seit 2015 ist sie nicht mehr aktiv auf diesem, nichtsdestotrotz hat sie uns mit einem Sammelsurium an unglaublich leckeren Rezepten versorgt, unter anderem gefallen mir am besten natürlich ihre zahlreichen Kuchen und Torten, die auch noch unglaublich schön anzusehen sind. Heute versorgt sie uns mit einer für ein anderes Wesen weltbewegenden Begegnung des Jahres 2017. Vielen Dank für deinen Artikel, Sabine!


Save The Queen!

Shoppen gehen ist eigentlich nicht so mein Ding. Das liegt zum Teil an einem eher minder ausgeprägten Geduldsfaden, aber hauptsächlich daran, dass ich bei der Vergabe von Fähigkeiten scheinbar in den großen Wahrnehmungstopf gefallen bin. So ein Tag in der Innenstadt kann dann bei mir schnell zu einem gefühlten Endkampf in einem Computerspiel werden.

An diesem speziellen Tag im Frühsommer 2017 hat meine überausgeprägte Fähigkeit aber dazu geführt, die Welt zu verändern. Es war recht warm und die Innenstadt überfüllt mit Menschen, die ihre Mittagspause im Freien verbringen wollten. Ganz im Gegensatz zu mir, ich wollte dringend raus aus Wärme und Innenstadt. Auf meinem Fluchtweg mitten auf einem sehr belebten Platz in der Fußgängerzone bemerkte ich im Augenwinkel dann eine klitzekleine Bewegung am Boden. Da saß sie, die Königin. Eine wunderschöne, aber furchtbar erschöpfte Hummel. Sie konnte sich kaum noch bewegen. Ein Notfall. Hummeln finden in unserer zunehmend ausgeräumten und bebauten Landschaft immer schwerer Nahrung und Unterschlupf. Sie drohen zu verhungern. Die Passanten liefen einfach so an ihr vorbei, rannten sogar mich fast über den Haufen, während ich die Hummel sanft mit einem Taschentuch aufhob.

Jetzt musste schnell gehandelt werden. Trinkschale, Wasser und Zucker mussten her. Zum Glück war ich nicht alleine unterwegs und konnte den Mann in die nächstgelegene Filiale einer Bäckereikette schicken, um Zucker und eine kleine Flasche Wasser (ohne Kohlensäure!) zu holen. Wir haben uns dann eine ruhige Seitenstraße und einen üppig bepflanzten Blumenkübel auf einer Restaurantterrasse als Rettungsinsel ausgesucht. Schnell wurde ein halber Teelöffel Zucker in der mit Wasser (Zimmertemperatur!) befüllten Verschlusskappe vollständig (es dürfen keine Zuckerkristalle mehr sichtbar sein!) aufgelöst und direkt neben Ihrer Majestät an den Rand des Blumenkübels platziert. Es dauerte etwas, aber dann hat sie mit dem Rüssel gierig den Zuckersaft aufgesogen. Bereits nach wenigen Minuten war sie wieder munter und flog davon.  

Wer eine erschöpfte Hummel auf dem Boden findet, die es offenbar nicht mehr schafft aus eigener Kraft zu fliegen, sollte nicht einfach wegschauen und weitergehen. Ohne  Hummeln gäbe es weltweit geringere Obsternten. Viele Pflanzen sind in ihrer Existenz von den Hummeln abhängig, da andere Tiere ihre Blüten nicht bestäuben können. Mit solch einer Rettungsaktion hilft man nicht nur einer einzelnen Hummel, denn rettet man eine Königin, dann rettet man ein ganzes Volk mit hunderten Arbeiterhummeln.

Die Welt verändern ist im Grunde ganz simpel. Man muss halt nur einfach mal anfangen.

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