Zeitfresser.

„Ich habe keine Zeit.“

Mittwoch. 30 Minuten im Bad. Duschen, Zähne putzen, cremen, pflegen, schminken, frisieren. 15 Minuten am Frühstückstisch. Kaffee, Haferflocken, Bananen, Sojajoghurt. 30 Minuten auf dem Fahrrad. Acht Stunden am Schreibtisch. Eine Stunde im Fitnessstudio. Manchmal noch 15 Minuten Sauna. 30 Minuten Essen. Zwei Folgen Gilmore Girls. 45 Minuten telefonieren. Alle zehn Minuten eine Minute am Handy. Lust auf einen gemeinsamen Kochabend?

„Ich habe keine Zeit.“

Samstag. Eine Stunde auf dem Wochenmarkt. Drei Minuten, mich für die richtigen Äpfel zu entscheiden. Zehn Minuten in der Zara-Umkleide um die perfekte Jeans zu finden. Zwei Stunden im Restaurant. Und wieder vier Stunden am Schreibtisch. Zeit fürs Fitnessstudio?

„Ich habe keine Zeit.“

Sonntag. Ausgeschlafen. 45 Minuten am Frühstückstisch. 30 weitere für die Sonntagszeitung. Eine Stunde Yoga. Zwei Stunden für Verwandtenbesuch. Eineinhalb Stunden vorher, um die Wohnung sauberzumachen. Dreißig Minuten planlos im Internet surfen. Zeit, ein großes Essen zu kochen?

„Ich habe keine Zeit.“

Die verrückte Tatsache ist: Wir alle haben genau gleich viel Zeit. Jeder hat 24 Stunden am Tag, nicht mehr oder weniger. Fakt ist: Wir setzen nur unsere Prioritäten anders. Wenn ich jeden Tag zum Sport gehe, habe ich weniger Zeit für Freunde. Wenn ich mehr Zeit am Schreibtisch verbringe, schaffe ich es eventuell nicht mehr, für mich zu kochen. Wenn ich länger im Bett liege oder ewig herumtrödele, habe ich weniger Zeit für den Rest des Tages. Meine Klassenlehrerin meinte damals zu mir: früher ins Bett gehen oder schneller schlafen.

Die Ausrede „ich habe keine Zeit“ funktioniert nicht. Wenn du etwas wirklich möchtest oder langfristig verändern möchtest, schaffst du es immer. Du musst nur deine Prioritäten umplanen. Wenn du jetzt merkst, dass du deinen Neujahrsvorsatz, öfter die Oma zu besuchen oder mehr Zeit für die Ziegen aus dem Streichelzoo aufzuwenden, nicht einhalten kannst, dann überdenke deine Gewohnheiten und Zeitfresser. Und wirst sehen: Es funktioniert ja doch!

Müsli in Kuchenform oder einfach: Gesundes, vollwertiges und cleanes Bananenbrot!

Bis vor einiger Zeit hatte ich noch keine Kastenkuchenform. Das lag daran, weil ich sie zum einen nie gebraucht habe, und zum anderen daran, dass ich nur einen Miniatur-Mulinex-Backofen besitze. JA, ICH GEBE ES ZU!!! Alle meine gebackenen Köstlichkeiten kommen aus einem Mini-Backofen, dessen Backzeit variabel ist und der ganz oben auf meinen Küchenschränken steht und mich somit regelmäßig vor die Aufgabe stellt, das Backgut auf einem Hocker balancierend aus dem Ofen zu holen und zu hoffen, dass es nicht nur halbgar und auch nicht verbrannt ist. Das geht nämlich ganz schnell mit meinem Mulinex, auch wenn ich ihn sehr lieb habe. Und manchmal habe ich auch Angst, dass der Hocker unter mir zusammenkracht und ich mir etwas breche. Das ist wirklich eine meiner größten Ängste. Einen gebrochenen Fuß kann wirklich niemand gebrauchen, vor allem wenn man ständig in Bewegung ist.

Der Moment, in dem ich allerdings gemerkt habe, dass eine Kastenform wirklich cool wäre, war, als ich ein tolles Bananenbrot gebacken habe und es auf dem kleinen Blech irgendwie eher aussah wie ein dünner Blechkuchen als ein richtiges schönes Brot.

Aber es schmeckte wirklich super und bestand nur aus tollen gesunden Zutaten. Und auch wenn ich momentan NICHT auf Diät bin, wie schätzungsweise 95% aller Instagram-User, möchte ich dieses gesunde Rezept mit euch teilen. Es schmeckt nämlich so gut, dass man die Gesundheit gar nicht schmeckt. Mein Rezept für euch ist auch ziemlich spezial, weil es Haferflocken enthält. Die ursprüngliche Idee war es nämlich gar nicht, ein Bananenbrot zu backen, sondern eher das Müsli, das ich jeden Morgen zum Frühstück esse, in eine Kuchenform zu bringen. Mission gelungen, würde ich behaupten.

Und so gehts:

2 reife braune Bananen mit Gabel und Schneebesen zermatschen und mit

60 g Rapsöl (abgewogen), 100 g brauner Zucker, 1 Vanillezucker und 1/2 TL Zimt verrühren.

150 g Vollkornmehl und 2 TL Backpulver vermengen und hinzugeben.

75 g Haferflocken und 80 g Hafermilch (abgewogen) hinzufügen. Zum Schluss noch

eine Handvoll Rosinen und genügend Walnüsse nach Wunsch hinzufügen! Alles auf ein Blech geben und bei 180°C circa 20 Minuten backen. Wie das Rezept in einer Kastenform gelingt, könnt ihr mir ja in den Kommentaren schreiben. Lasst es euch schmecken!

Gedankenspiele.

Was würdest du tun, wenn du nach deinem Leben ein zweites Leben in einer Parallelwelt hättest? In einer Welt, in der du alles machen kannst, was du dich in diesem Leben nicht getraut hast?

Weil du Angst hattest zu versagen?

Weil du Angst vor einer Zurückweisung hattest?

Weil es sich nicht gehört?

Stell dir mal vor, in dieser Traumwelt könntest du den Jungen küssen, von dem du schon seit 15 Jahren heimlich träumst. Diese Sportart lernen, von der du immer dachtest, dass du keine Chance hättest. Oder mehr: In ein Land auszuwandern, das du bis jetzt nur von deinen Reisen kennst und so gerne näher kennenlernen würdest.

Du würdest dich trauen, über deine Grenzen zu gehen, weil du ja einen sicheren Rückhalt hast. Das Leben, das von dir erwartet wurde, hast du bereits erlebt und deine Pflichten erfüllt. Du würdest dich gehen lassen, die Kontrolle verlieren, dich weiterentwickeln und all deine Möglichkeiten entdecken. Auch wenn du statt der neuen Taylor Swift nur als Straßenmusikerin erfolgreich wirst und deine Bühne die Fußgängerzone ist – du hast deinen Traum gelebt, Musik zu machen und davon zu leben. Auch wenn dich der Junge zurückweist, nachdem du dich getraut hast – du hast es getan und deine Angst überwunden. Diese Niederschläge sind Dinge, die du nicht in der Hand hast.

Und jetzt kommt die bittere Pille: Es wird nie eine zweite Chance geben. Ein zweites Leben, in dem du wirklich deine Komfortzone verlassen und tun und lassen kannst, was du willst, gibt es nach allen Erkenntnissen der Wissenschaft nicht. Höchstwahrscheinlich zumindest.

Alles, was du möchtest, musst du in dieses Leben packen.

 

 

Sonntagsfrühstück mit Schokocreme

Seid ihr auch so große Frühstücksfans wie ich?

Für mich gibt es am Samstag und am Sonntag nichts besseres als meinen Freund, den ich aus dem Bett schubse, um eine Tüte Brötchen zu holen. Im Anschluss daran setzen wir uns für Ewigkeiten an den Esstisch, hören Radio, lesen die Nachrichten und essen so viel wir können, um den Rest des Tages gar nichts mehr essen zu müssen. Frühstück ist für mich eine der essentiellsten Mahlzeiten, und auch wenn es unter der Woche nur Müsli gibt, brauche ich am Wochenende dafür die belegten Brötchen. Am liebsten mag ich Hummus, veganen Käse, Aufstrich (z.B. Zucchini-Olive oder Steinpilzpastete) und die letzte Brötchenhälfte wird auch grundsätzlich süß gegessen.

Dafür hat mir Keimling Naturkost eine kostenlose Kostprobe zur Erweiterung meiner Frühstücksgewohnheiten zugeschickt. Vielen Dank dafür! Es gibt im Sortiment eine neue vegane Schokocreme, die natürlich auch komplett ohne Industriezucker auskommt, dafür aber mit Agavendicksaft gesüßt ist. Sie schmeckt leicht herb und enthält unheimlich viele geröstete Haselnussstückchen. Das nenne ich Comfort-Food für kalte Tage. Ich könnte mir auch vorstellen, die Schokocreme auf Pfannkuchen zu essen oder in Keksteig hineinzurühren. Das würde mir dann vielleicht auch helfen, meine Masterarbeit leichter zu bewältigen! Aber genug gelabert – jetzt lasse ich die Bilder sprechen! Ich wünsche euch einen wunderschönen Sonntag :)

*Diese Meinung ist meine eigene Meinung und ich bekomme kein Geld dafür, sondern habe nur das Produkt gratis erhalten.

Zwischen Heimweh und Fernsucht

2017 war mal wieder ein reisetechnisch voll ausgenutztes Jahr von mir. Ich habe in zwei verschiedenen Jobs gearbeitet und versucht jeden Trip so günstig wie möglich zu gestalten. Außerdem hatte ich das Glück, dass ich Freunde in verschiedenen wunderschönen Städten besuchen durfte und somit jede Möglichkeit genutzt, meiner Fernsucht nachzugehen. Mal schauen, ob ich es auch 2018 schaffe, zu reisen, denn ehrlich gesagt wird es mir wohl erst einmal wichtiger sein meinen Masterabschluss zu machen und Zeit in einen tollen Job zu investieren. Aaaaber zwei neue Länder stehen auf jeden Fall auf meiner Liste!

Um alles noch einmal zusammenzufassen, heute ein kleiner Reise-Jahresrückblick. Vielleicht kann ich euch ja auch zu ein paar Reisezielen inspirieren?!

1. Nach den Semesterprüfungen bin ich wieder mit meiner Mami in Indien gewesen. Diesmal haben wir uns für eine Reise nach Delhi und Agra entschieden, um die alte nordindische – und wunderschöne – Architektur zu entdecken. Wir haben den Taj Mahal, den Lotustempel, viele viele andere Tempel und Mausoleen begutachtet und waren auch viel shoppen. Dann ging es eine Woche ins wunderschöne Goa (wie bereits letztes Jahr) und nach Mumbai zum Freunde treffen und Sachen erledigen.

2. Die zweite Reise war ein Skiurlaub in Österreich mit den Freunden meines Freundes (und somit auch unser erster gemeinsamer Urlaub!!). Ich habe mich in die Berge und das Skifahren verliebt und möchte auf jeden Fall irgendwann nochmal wieder Skifahren.

3. Ende März/Anfang April ging es nach Budapest. Die Stadt ist wirklich wahnsinnig schön und total aufregend. Überall ist etwas los und wir hatten ein tolles Mädelswochenende mit meinen besten Freundinnen.

4. Ende April ging es auf Exkursion nach Rom. Wir übernachteten bei 8° C in Zelten auf einem Campingplatz und unser Professor ist in der Hitze des Petersplatzes kurz umgekippt, aber ansonsten hatten wir ein tolles Abenteuer und richtig schöne Architektur gesehen.

5. Im Mai waren wir bei der Familie meines Freundes in Berlin und haben uns ein schönes Wochenende in der Großstadt gemacht.

6. Meine Sommerreise ging dieses Jahr mit meinem Freund zuerst nach Sizilien. Wir übernachteten in einem kleinen Bergdorf bei Taormina und genossen die Sonne, den Ausblick auf den Etna und die leckere Pizza.

7. Danach ging es weiter nach Malta. Dort haben wir einen Tauchausflug gemacht und ich würde auch gerne irgendwann, wenn es mein Budget und die Zeit ermöglicht, einen Tauchschein machen. Malta hat wirklich eine richtig schöne Unterwasserwelt (für Europa ;)).

8. Ende August beschlossen meine Schwester und ich auch noch einen kurzen Ausflug nach Norderney zu machen. Das ist irgendwie meine Lieblings-Nordseeinsel, aber liegt vielleicht auch daran, dass Norderney und Münster sich sehr ähnlich sind.

9. Im September gings aufs Oktoberfest in München. Wir haben Freunde von meinem Freund besucht, viel Bier getrunken und die letzte Herbstsonne genossen.

10. Die letzte Reise, die ich dieses Jahr noch machen konnte, war ein weiterer Trip nach Indien. Meine indische Schwester hat geheiratet und so buchten meine beste Freundin und ich einen billigen Flug nach Mumbai und machten uns ein paar schöne Tage in Mumbai mit viel Party, in Aurangabad mit toller Kultur und Architektur und in Pune mit einer atemberaubend schönen, aber anstrengenden Hochzeit.

Das waren meine 10 Reiseziele des Jahres. Wo wart ihr dieses Jahr überall unterwegs?

 

Der Achtsamkeit-Adventskalender – Das RoundUp!

„Und man fragt mich, wofür ich sterben will,
Ich frag mich lieber, wofür es sich zu leben lohnt“

 

Ihr Lieben,

ich danke euch allen so, dass ihr mir bei diesem Adventskalender geholfen habt. Jeder Moment von euch war einzigartig und ich hoffe, dass jeder, der bewusst oder durch Zufall über meinen Kalender gestolpert ist, sich selber auf seine einzigartigen Momente 2017 besonnen hat. Auch für 2018 ist unter anderem mein Vorsatz, die Momente mit meinen Liebsten oder aber auch die, in denen ich mich alleine gut fühle, achtsam wahrzunehmen und in vollen Zügen zu genießen.

2018 wird auch ein wahnsinnig spannendes und aufregendes Jahr für mich und deswegen bin ich auch supermotiviert und freue mich auf das neue Jahr.

Heute wollte ich euch noch einmal die Adventskalender-Beiträge auflisten, damit ihr euch noch ein bisschen durch die Momente klicken könnt, falls ihr einen Moment Zeit habt (haha- Wortwitz!)

Viel Spaß wünsche ich euch ein letztes Mal mit den gesammelten Momenten meiner lieben Bloggerkollegen.

1. Dezember: Der erste Post begann mit einer kleinen Erläuterung zum Thema Achtsamkeit.

2. Dezember: Frau Schmöth über die Rettung der Bienenkönigin

3. Dezember: Claudias Übung zu mehr Achtsamkeit im Alltag

4. Dezember: Vanessas erste Erfahrungen mit dem veganen Backen

5. Dezember: Tipps von mir, auf ungewollte Dinge zu scheißen

6. Dezember: Melanie übers Heimkommen

7. Dezember: Momente im Dezember, auf die ich mich freu(t)e

8. Dezember: Ein Rezept zu Kokos-Nuss-Makronen

9. Dezember: Ruth und Dirk über Wünsche, innere Zwiegespräche und Rumkugeln

10. Dezember: Maria über warme Herbsttage

12. Dezember: Isa über Muttergefühle

13: Dezember: Melanie über Winter-Scones

14. Dezember: Iris über ihre Freude am Backen

16. Dezember: Judith über das feine Essen gehen

17. Dezember: Nadine über Geschwisterliebe

18: Dezember: Angela und Laura über Urlaub und Berufsentscheidungen

20. Dezember: Purnima über anerkennendes Lachen

21. Dezember: Peffe übers positive Denken

22. Dezember: Ich über die Zugreise

23. Dezember: Sebastian über Zeit zum Lesen

24. Dezember: Anna über Weihnachten ohne Konsum

Fotos ©by Annabelle Thoben

 

24. Dezember – Achtsamkeit statt Konsum

 

Ihr Lieben, der heutige Beitrag ist mir eine ganz besondere Freude, und das am 24.12.! Er wurde nämlich von einer meiner besten Freundinnen – Anna – verfasst. Wir kennen uns inzwischen schon über 11 Jahre und vor kurzer Zeit hat sie sich entschlossen ebenfalls zu bloggen. Anna wohnt in England und bloggt auf Englisch über ihr Leben, ihre Auswanderung und alles was dazugehört. Alle schaut alle vorbei auf ihrem brandneuen Blog Annahousen!

Heute erzählt sie uns, wie sie und ihre Familie ein achtsames Weihnachtsfest feiern. Vielen Dank für diesen tollen Artikel, liebe Anna!

Und frohe Weihnachten, liebe Leser*innen!


Achtsamkeit statt Konsum

Wieder ein Weihnachten vor der Tür und wieder stellt sich die Frage – wem schenke ich was? Unsere Familien leben auf der ganzen Welt verstreut und eigentlich ist jeder in der Lage sich die Dinge zu kaufen die er will, was es immer schwieriger macht gute Geschenke zu finden. Mein Mann und ich haben uns deshalb dieses Jahr dafür entschieden, dem Konsum einen Riegel vorzuschieben. Wir haben die Regel aufgestellt, dass wir uns nur mit DIY-Geschenken und Geschenken die aus einem „Charity-Shop“ (typisch britisch) gekauft wurden beschenken dürfen.

Die erste Meinung der Kinder war natürlich alles andere als euphorisch, aber nach der Enttäuschung war dann die Kreativität geweckt. Natürlich werdet ihr euch jetzt denken, dass man ja für die verschiedenen Basteleien auch Zutaten und Materialien kaufen muss und trotzdem konsumiert, was richtig ist, aber es wird mit viel mehr Achtsamkeit und aktivem Denken getan. Die letzten Wochen herrschte dann viel Heimlichtuerei in unserem Haus, jeder hatte verschiedene Projekte, an denen er gearbeitet hat, und egal was dabei herauskommt- wir haben uns ZEIT genommen, uns zu beschenken und nicht einfach nur gekauft. Nachdem mein Mann und die Kinder diesen Beitrag sicher nicht lesen werden, kann ich auch das ein oder andere Geschenk verraten. Zunächst dachte ich, ein Geschenk für meinen Mann zu finden wird schwierig, aber schnell war klar, er bekommt ein „ Nagelbild“ und Feueranzünder für unseren neuen Holzofen.

Für die Kinder habe ich beschlossen Badebomben zu machen, und nachdem die super geworden sind habe ich auch für meine Mama und Schwiegermama welche gemacht- natürlich ganz speziell mit getrockneten Rosenblüten aus dem Garten.

Anders als erwartet, waren nun die „grossen“ Geschenke für die Mädels schwieriger, aber nicht unlösbar. Für Bella stricke ich im Moment eine Decke aus superdicker Wolle und Harriet bekommt eine Foto- und Pinnwand, die muss aber noch gebaut werden.

Abgesehen von den Geschenken hat unser Plan weitere Wellen geschlagen, die Kinder hatten die Idee „etwas Gutes“ zu tun uns so werden wir kurz vor Weihnachten wahrscheinlich nach Exeter fahren und nützliche Geschenkboxen an Obdachlose verteilen. Ausserdem habe ich dieses Jahr endlich wieder meinen eigenen Kranz für die Haustür gebunden und alle weiteren Deko-Arrangements selbst gemacht. Es gibt nichts schöneres als einen Spaziergang dafür zu nutzen Zapfen und Zweige für die Hausdekoration zu sammeln.

Ich für meinen Teil kann kaum noch auf Weihnachten warten, weil ich so zufrieden bin mit meinen selbstgemachte Geschenken, die wenig Geld, aber viel Liebe gekostet haben.

Ich wünsche euch wundervolle Weihnachten und einen grandiosen Start ins Neue Jahre

Alles Liebe, Anna

23. Dezember – Zeit zum Lesen

Das heutige Türchen wird von Sebastian geöffnet, der seit etwas über einem halben Jahr mal mehr, mal weniger auf seinem Blog „Teach. Eat. Travel.“ aktiv ist. Wir kennen uns aber schon ein Jahr länger, weil er mit meiner großen Schwester zusammen ist und wir uns auch so öfter treffen. Deswegen war klar, dass ich ihn auf jeden Fall frage, ob er Lust hat, an dem Adventskalender teilzunehmen – und das hatte er zum Glück :)

Auf seinem Blog findet ihr diverse Berichte, vor allem über seine vielen Reisen, zum Beispiel nach London und Prag, oder über kulturelle Veranstaltungen wie Theatervorstellungen, Lyrikertreffen oder aber  das Münsteraner Bierfest. Ab und zu findet ihr auch Rezepte, ihr solltet auf jeden Fall mein Lieblingsrezept, den Schokokuchen zum Geburtstag meiner Schwester, anschauen :D Auch lesenswert – ein Bericht über seine Studierenden im Knast! Heute schreib Sebastian über Bücher. Vielen Dank für deinen tollen Gastbeitrag, Sebastian – wir sehen uns die Tage unter’m Weihnachtsbaum!!..


Liebe Laura,

vielen Dank für die Gelegenheit, ein Teil deines Adventskalender-Achtsamkeits-Blog-Experiments sein zu können. Als du mir von deiner Idee erzählt hast, habe ich – ohne groß darüber nachzudenken – sofort zugesagt. Ich fing also an zu grübeln: Was könnte ich beitragen? Bald wurde mir klar: Ich war 2017 nicht besonders achtsam. Ich war selten im Hier und Jetzt. Ich habe oft nicht im Moment gelebt. Im Gegenteil: Das Jahr ist viel zu schnell vergangen, ohne dass ich übermäßig viel davon bewusst wahrgenommen hätte. Natürlich gab es trotzdem eine ganze Menge schöne und bereichernde Momente und Situationen, die einzigartig sind und für die ich sehr dankbar bin. Dazu gehören für mich (neben vielem anderen) auch Romane, die mir helfen abzuschalten, die Welt auszublenden und in eine andere einzutauchen. Vielleicht ist das nicht Achtsamkeit im eigentlichen Sinn, aber Lesen ist eine Gelegenheit sich zu entspannen, runterzufahren und ganz nebenbei noch ein wenig über das Leben nachzudenken, ohne dabei das eigene in den Mittelpunkt der Überlegungen rücken zu müssen. Daher möchte ich für deinen Adventskalender drei Romane vorstellen, die mich dieses Jahr begeistert haben und die sich natürlich auch super als Weihnachtsgeschenk (und zur Steigerung der Achtsamkeit!) eignen.

Elena Ferrante: „Meine geniale Freundin“ (Suhrkamp, 2016)

Italien, Neapel, die 1950er Jahre. Lila und Elena (die Erzählerin der Geschichte) sind zwei Mädchen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Die eine ist wild und ungestüm, die andere fleißig und sensibel. Die beiden verbindet ein Alltag, der geprägt ist von Armut, Gewalt und traditionellen Geschlechterrollen. Und beide suchen nach einer Perspektive, finden ihren jeweils eigenen Weg und scheitern letztendlich. Das kann man sagen, ohne allzu viel vorwegzunehmen. In Ferrantes Roman geht es nämlich weniger um das Ergebnis, sondern um den Weg dahin. Dabei thematisiert sie nicht nur den Wert von Bildung, von Freundschaft, von Familie, sondern auch politische Fragestellungen der Zeit und gibt so einen Einblick in das Dilemma eines Landes, das wir nur allzu gerne als romantisches Urlaubsparadies verklären. Das klingt möglicherweise zunächst recht spannungsarm und trostlos, jedoch war ich als Leser sofort fasziniert von den vielschichtigen Figuren, der bildgewaltigen Sprache und vor allem von dem immensen Detailreichtum. Hier kann man in eine fremdartig anmutende Zeit abtauchen und ist traurig, wenn man die Welt der Figuren wieder verlassen muss. Kaum ein Roman schafft es besser, in minutiöser Genauigkeit zu beschreiben, zu beobachten, zu diagnostizieren und dabei ein Gefühl für eine Zeit und ein Milieu zu erzeugen, ohne auch nur eine Sekunde zu langweilen. Übrigens: Ferrantes Roman ist Teil eines ganzen Zyklus; der vierte Teil erscheint im Februar auf Deutsch.

Liu Cixin: „Die drei Sonnen“ (Heyne, 2016)

Zugegeben, Science-Fiction ist nichts für jeden. Und die chinesische Literaturszene hatte es bisher auch noch nicht in mein Bücherregal geschafft. Aber keine Sorge, Lui Cixins Roman geht ganz eigene Wege und ist sicher das Verrückteste, was ich dieses Jahr gelesen habe. Worum geht’s? Im China der 1960er Jahre, der Zeit der Kulturrevolution, entsteht eine strenggeheime Forschungsgruppe, die es sich zur Aufgabe macht, Signale ins All zu senden, um mit Außerirdischen Kontakt aufzunehmen. Dazu gibt es einen weiteren Handlungsstrang, der die Konsequenzen dieser Forschung in einer fiktiven Gegenwart aufzeigt, inklusive einem drohenden interplanetaren Krieg. Das hört sich erstmal nach Sci-Fi-Kitsch an, ist aber alles andere als das. Die Spannung entsteht durch das Nicht-Wissen, durch die aufkommenden Zweifel an der Allmacht der Wissenschaft, durch die Vermischung von Realität und Fiktion. Man muss sich auf diesen Roman einlassen können und wollen – hat man das einmal geschafft, wird man reichlich

dafür belohnt. Besonders faszinierend sind die Figuren, deren Schicksale elegant miteinander verwoben werden. So zum Beispiel der Nanotechnologie-Professor Wang, der eigentlich bei der Aufklärung verschiedener Morde an Wissenschaftlern helfen soll, sich zusehends in einer virtuellen Welt verliert, fast verrückt wird und schließlich eine Entdeckung macht, die die Zukunft der Menschheit für immer verändern kann. Und wenn sogar Barack Obama begeistert ist, kann man eigentlich nichts falsch machen.

Joachim Meyerhoff: „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ (Kiepenheuer & Witsch, 2015)

Der bereits vor zwei Jahren erschienene letzte Teil einer Roman-„Trilogie“, den man wohl am ehesten als autobiographical memoir novel bezeichnen könnte, weckte aufgrund seines unkonventionellen Titels mein Interesse. Der klingt nach Verlust, nach Leere, nach Einsamkeit – und genau darum geht es auch. Allerdings ist der Text zum Schreien komisch, beim Lesen musste ich das Buch mehrfach weglegen, um herzlich zu lachen. Meyerhoff, der im echten Leben hauptberuflich Theater-Schauspieler ist, erzählt von seinem Leben bei seinen Großeltern und dem Weg durch die Ausbildung an der Otto-Falkenberg-Schule in München, einer Kaderschmiede für junge Schauspieltalente. Dort wird er tagsüber immer wieder physisch und psychisch an seine Grenzen getrieben, muss abstruse Lehrmethoden über sich ergehen lassen und setzt sich mit schrulligen Kommilitonen auseinander. Abends betrinkt er sich exzessiv mit den Großeltern (sie Schauspiel-Diva, er emeritierter Philosophieprofessor), die körperlich und geistig mehr und mehr abbauen und in ihrer gutbürgerlichen Gemütlichkeit den Tag in alkoholische Getränke gegliedert haben: der Champagner zum Frühstück, Rotwein zum Mittagessen und natürlich der allabendliche Whisky vor dem Zubettgehen. Was ziemlich nach Klamauk klingt, hat aber noch eine zweite Ebene. Meyerhoff reflektiert ganz nebenbei noch die wirklich wichtigen Fragen des Lebens: Wer will ich sein und was bin ich bereit dafür zu tun? Wie kann ich Frustration ertragen und dabei trotzdem funktionieren? Wie gehe ich damit um, wenn geliebte Menschen sich schleichend verabschieden? Es ist genau diese tragisch-komische Gemengelage, die den Roman zu einem sehr kurzweiligen Lesevergnügen macht.

22. Dezember – Die Zugreise

Es machte *rumms* und ein stechender Schmerz fuhr durch meinen ganzen Körper. Ursprünglich ging er von meinem dicken Zeh aus, der gerade nur in einer Birkenstock-Sandale steckte, und breitete sich so stark aus, dass ich kurz quietschen musste. Der zahnlose alte Mann neben mir lächelte mich an und zeigte mir, dass ich die schwere Stahltür mit meinem Fuß aufhalten muss. Sonst würde sie mir immer wieder gegen den Zeh knallen. Ich lächelte ihm dankbar zu und er nahm wieder seinen Weg auf, um den hungrigen Gästen im Zug ihr Frühstück zu servieren. Leicht beschämt machte ich mich also an die Aufgabe, weiterhin in der geöffneten Zugtür stehen zu bleiben, sie gleichzeitig mit dem Fuß gegen den Fahrtwind aufzuhalten und mich, sehr unindisch, leicht panisch festzuhalten um nicht herausgerissen zu werden. Doch so ungemütlich diese Situation auch war, nach kurzer Zeit lernte ich mich zu entspannen, und das, was ich sah, war so atemberaubend schön und entspannend, dass dies wirklich der schönste Moment meines Jahres 2017 war.

Ich stand in der warmen Zugluft, die genau richtig temperiert war, um nicht zu frieren oder zu schwitzen (anders als in dem vollklimatisierten Abteil, in dem meine Freundin Pfirsich und ich unsere Sitze gebucht hatten). Vor mir zogen wunderschöne westindische Landschaften vorbei: Berge, Hügel, Täler, grüne Landschaften, Reisfelder, Sandwege, Flüsse, Tümpel und Tempel. Exotische Tiere begrüßten den frühen Morgen (es war erst circa 6:30 Uhr morgens, als ich mich dort hinstellte): ich sah verschiedene Vögel, eine Menge Wasserbüffel, kleine und große Hunde, Katzen, Pfauen, und wenn ich nicht so schnell an ihnen vorbeigerauscht wäre, sicher auch Schlangen und kleinere Insekten. Die Sonne stieg langsam auf und spiegelte sich glitzernd in den kleinen Pfützen wieder.

„Wie kann Pfirsich dabei die ganze Zeit nur pennen?“, fragte ich mich, und dann noch in diesem unterkühlten Abteil, während ich drei Stunden am Stück in der Zugtür stand und die Landschaft beobachtete. So ruhig bin ich eigentlich nie, dass ich mich drei Stunden mit nur einer Tätigkeit beschäftigen kann, aber an diesem verzauberten Sonnenaufgang im indischen TAPOVAN Express war es nur eine logische Konsequenz. Bis mir der zahnlose alte Mann signalisierte, dass er mein Frühstück auf den Sitz gestellt hatte. Und wir aussteigen mussten und dabei von zahlreichen 1,50m großen indischen Frauen aufgehalten wurden, die in den Zug drängelten und uns nicht aussteigen lassen wollten. Aber das ist eine andere Geschichte.

Ich bin so dankbar, dass ich dieses Abenteuer Indien immer wieder entdecken darf und diesen wunderschönen Moment in der geöffneten Zugtür erlebte. Auch wenn meine Eltern wahrscheinlich jetzt vor Sorge umkippen, wenn sie lesen, dass ich bei geschätzten 100 km/h ohne Anschnallgurt in einer Zugtür stand, und das auch noch stundenlang. Aber es hat sich gelohnt.

Manche Menschen sammeln Stempel in ihrem Pass wie Trophäen. 50 Länder sollte man doch mindestens schon mal gesehen haben im Leben, und das am besten, bevor man 30 ist. Ich finde, es gibt nichts schöneres als sich ein paar wenige Länder herauszupicken und diese von Grund auf zu untersuchen und zu verstehen. Immer mehr über die Kultur, die Menschen und die Geschichte zu lernen, Freunde und eventuell sogar Familie zu finden.

Und sich am Ende selber neu zu entdecken.

links: der Ausblick_ rechts: ich

21. Dezember – positiv Denken!

Der heutige Gastbeitrag stammt von einem Blogger, der so viel gute Laune versprüht, dass es schwierig ist, beim Lesen seiner Artikel nicht zu schmunzeln, und daher freue ich mich sehr, dass ich Peffe, den Veganizer, für meinen Adventskalender gewinnen konnte!! Schon der Kontakt mit ihm war sehr freundlich und auch wenn man sich den Veganizer-Blog anschaut, wird man schnell von den ganzen toll beschriebenen Rezepten und den anderen Posts inspiriert. Artikel wie „Wieso ich als Veganer Geld wie Heu verdienen will“ oder „Mein unkompliziertes veganes Weihnachtsmenü„, in dem zunächst darauf eingegangen wird, wie die vergangenen Weihnachten, bei denen er in der Kindheit eine kratzige braune Festtagshose tragen musste, verlaufen sind, machen Spaß zu lesen.

Heute spricht Peffe für uns über persönliche Gedanken und wie er es schafft negative Gedankenmuster aus dem Kopf zu verbannen. Vielen Dank für den schönen Post, lieber Peffe!


„Habe ich im Job alles richtig gemacht? Was denken meine Freunde von mir? Werde ich morgen alles schaffen, was ich mir vorgenommen habe? Klappt es mit der Gehaltserhöhung, damit ich endlich noch mehr Geld zur Verfügung habe? Wo bleibt eigentlich immer mein ganzes Geld? Werde ich mir den nächsten Urlaub leisten können? Sind die Schmerzen in der Brust morgen wieder weg? Wieso bin ich eigentlich nie gut genug und kann so wenig? Wieso fühle ich mich eigentlich nie so richtig frei?“

Ca. 60.000 Gedanken schwirren uns allen durchschnittlich pro Tag im Kopf herum. Der größte Teil besteht aus Sorgen, Ängsten, Nöten und Zweifeln. Lediglich 3% davon sind schöne, positiv gestaltete Gedanken. Wo kommt das eigentlich her? Wieso ist das Glas fast immer halb leer und nicht halb voll?

Ich hatte sehr oft das Gefühl, dass ich Olympiasieger im „Scheiße-Sein“ wäre. Dass ich es sowieso nicht schaffen würde, irgendwann mal etwas zu tun, was mich glücklich machen könnte, obwohl ich eigentlich alles hatte. Ständig habe ich darüber Gedanken gemacht, was andere Menschen über mich denken könnten. Nur ganz selten habe ich auf mein Herz gehört, sondern meistens auf die Vernunft.

Irgendwann habe ich damit angefangen, meine Gedanken einfach nur zu beobachten für eine gewisse Weile. Dann habe ich damit begonnen zu meditieren und mit der Zeit bin ich immer achtsamer geworden. Achtsamer im Umgang mit meinen viel zu negativen Gedanken, mit meinem Körper, mit den vielen negativen Glaubenssätzen, die ich mir immer wieder eingetrichtert habe oder mir habe eintrichtern lassen. Achtsamer und liebevoller im Umgang mit mir selbst.

Auch heute kommt es immer wieder vor, dass ich in dieses alte Negativ-Muster verfalle. Doch ich erkenne die Gedanken meistens sofort und lenke sie dann auf etwas Positives. Auf Dinge, die mich glücklich, zufrieden und frei machen. Wenn ich an negative Erlebnisse denken kann, dann kann ich genauso auch an schöne Zeiten denken, die ich schon erlebt habe. Meine Gedanken sind meine Entscheidung!

Für mich war und ist der Weststrand der Insel Sylt der Ort, an dem ich mich richtig frei und glücklich fühle. Jedoch habe ich auch früher schon an dem wild tosenden Meer gestanden und die Stunden gezählt, wann ich wieder zurück in den Alltag musste. Auch dort konnte ich diese überragenden Momente nicht richtig genießen. Seitdem ich meinen Geist täglich nur wenige Minuten trainiere, seitdem kann ich das. Letzte Woche saß ich mit meinem Hintern im kalten Sand an meiner Stelle, an meinem Meer, an meinem Strand und ich war zum ersten Mal so frei wie ein Vogel. So frei, dass ich vor so viel Dankbarkeit, Freude und Liebe in meinem Herzen fast geplatzt wäre. So frei, dass ich von diesem Gefühl gar nicht genug bekommen konnte. So frei, dass ich das Glück knirschen hören konnte :).

Von diesem Gefühl kann ich nicht mehr genug bekommen und ich bin gerade mal am Anfang meiner Reise. Ich wünsche Dir ganz viele wunderschöne Momente. Gute Reise!

 

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...