23. Dezember – Zeit zum Lesen

Das heutige Türchen wird von Sebastian geöffnet, der seit etwas über einem halben Jahr mal mehr, mal weniger auf seinem Blog „Teach. Eat. Travel.“ aktiv ist. Wir kennen uns aber schon ein Jahr länger, weil er mit meiner großen Schwester zusammen ist und wir uns auch so öfter treffen. Deswegen war klar, dass ich ihn auf jeden Fall frage, ob er Lust hat, an dem Adventskalender teilzunehmen – und das hatte er zum Glück :)

Auf seinem Blog findet ihr diverse Berichte, vor allem über seine vielen Reisen, zum Beispiel nach London und Prag, oder über kulturelle Veranstaltungen wie Theatervorstellungen, Lyrikertreffen oder aber  das Münsteraner Bierfest. Ab und zu findet ihr auch Rezepte, ihr solltet auf jeden Fall mein Lieblingsrezept, den Schokokuchen zum Geburtstag meiner Schwester, anschauen :D Auch lesenswert – ein Bericht über seine Studierenden im Knast! Heute schreib Sebastian über Bücher. Vielen Dank für deinen tollen Gastbeitrag, Sebastian – wir sehen uns die Tage unter’m Weihnachtsbaum!!..


Liebe Laura,

vielen Dank für die Gelegenheit, ein Teil deines Adventskalender-Achtsamkeits-Blog-Experiments sein zu können. Als du mir von deiner Idee erzählt hast, habe ich – ohne groß darüber nachzudenken – sofort zugesagt. Ich fing also an zu grübeln: Was könnte ich beitragen? Bald wurde mir klar: Ich war 2017 nicht besonders achtsam. Ich war selten im Hier und Jetzt. Ich habe oft nicht im Moment gelebt. Im Gegenteil: Das Jahr ist viel zu schnell vergangen, ohne dass ich übermäßig viel davon bewusst wahrgenommen hätte. Natürlich gab es trotzdem eine ganze Menge schöne und bereichernde Momente und Situationen, die einzigartig sind und für die ich sehr dankbar bin. Dazu gehören für mich (neben vielem anderen) auch Romane, die mir helfen abzuschalten, die Welt auszublenden und in eine andere einzutauchen. Vielleicht ist das nicht Achtsamkeit im eigentlichen Sinn, aber Lesen ist eine Gelegenheit sich zu entspannen, runterzufahren und ganz nebenbei noch ein wenig über das Leben nachzudenken, ohne dabei das eigene in den Mittelpunkt der Überlegungen rücken zu müssen. Daher möchte ich für deinen Adventskalender drei Romane vorstellen, die mich dieses Jahr begeistert haben und die sich natürlich auch super als Weihnachtsgeschenk (und zur Steigerung der Achtsamkeit!) eignen.

Elena Ferrante: „Meine geniale Freundin“ (Suhrkamp, 2016)

Italien, Neapel, die 1950er Jahre. Lila und Elena (die Erzählerin der Geschichte) sind zwei Mädchen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Die eine ist wild und ungestüm, die andere fleißig und sensibel. Die beiden verbindet ein Alltag, der geprägt ist von Armut, Gewalt und traditionellen Geschlechterrollen. Und beide suchen nach einer Perspektive, finden ihren jeweils eigenen Weg und scheitern letztendlich. Das kann man sagen, ohne allzu viel vorwegzunehmen. In Ferrantes Roman geht es nämlich weniger um das Ergebnis, sondern um den Weg dahin. Dabei thematisiert sie nicht nur den Wert von Bildung, von Freundschaft, von Familie, sondern auch politische Fragestellungen der Zeit und gibt so einen Einblick in das Dilemma eines Landes, das wir nur allzu gerne als romantisches Urlaubsparadies verklären. Das klingt möglicherweise zunächst recht spannungsarm und trostlos, jedoch war ich als Leser sofort fasziniert von den vielschichtigen Figuren, der bildgewaltigen Sprache und vor allem von dem immensen Detailreichtum. Hier kann man in eine fremdartig anmutende Zeit abtauchen und ist traurig, wenn man die Welt der Figuren wieder verlassen muss. Kaum ein Roman schafft es besser, in minutiöser Genauigkeit zu beschreiben, zu beobachten, zu diagnostizieren und dabei ein Gefühl für eine Zeit und ein Milieu zu erzeugen, ohne auch nur eine Sekunde zu langweilen. Übrigens: Ferrantes Roman ist Teil eines ganzen Zyklus; der vierte Teil erscheint im Februar auf Deutsch.

Liu Cixin: „Die drei Sonnen“ (Heyne, 2016)

Zugegeben, Science-Fiction ist nichts für jeden. Und die chinesische Literaturszene hatte es bisher auch noch nicht in mein Bücherregal geschafft. Aber keine Sorge, Lui Cixins Roman geht ganz eigene Wege und ist sicher das Verrückteste, was ich dieses Jahr gelesen habe. Worum geht’s? Im China der 1960er Jahre, der Zeit der Kulturrevolution, entsteht eine strenggeheime Forschungsgruppe, die es sich zur Aufgabe macht, Signale ins All zu senden, um mit Außerirdischen Kontakt aufzunehmen. Dazu gibt es einen weiteren Handlungsstrang, der die Konsequenzen dieser Forschung in einer fiktiven Gegenwart aufzeigt, inklusive einem drohenden interplanetaren Krieg. Das hört sich erstmal nach Sci-Fi-Kitsch an, ist aber alles andere als das. Die Spannung entsteht durch das Nicht-Wissen, durch die aufkommenden Zweifel an der Allmacht der Wissenschaft, durch die Vermischung von Realität und Fiktion. Man muss sich auf diesen Roman einlassen können und wollen – hat man das einmal geschafft, wird man reichlich

dafür belohnt. Besonders faszinierend sind die Figuren, deren Schicksale elegant miteinander verwoben werden. So zum Beispiel der Nanotechnologie-Professor Wang, der eigentlich bei der Aufklärung verschiedener Morde an Wissenschaftlern helfen soll, sich zusehends in einer virtuellen Welt verliert, fast verrückt wird und schließlich eine Entdeckung macht, die die Zukunft der Menschheit für immer verändern kann. Und wenn sogar Barack Obama begeistert ist, kann man eigentlich nichts falsch machen.

Joachim Meyerhoff: „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ (Kiepenheuer & Witsch, 2015)

Der bereits vor zwei Jahren erschienene letzte Teil einer Roman-„Trilogie“, den man wohl am ehesten als autobiographical memoir novel bezeichnen könnte, weckte aufgrund seines unkonventionellen Titels mein Interesse. Der klingt nach Verlust, nach Leere, nach Einsamkeit – und genau darum geht es auch. Allerdings ist der Text zum Schreien komisch, beim Lesen musste ich das Buch mehrfach weglegen, um herzlich zu lachen. Meyerhoff, der im echten Leben hauptberuflich Theater-Schauspieler ist, erzählt von seinem Leben bei seinen Großeltern und dem Weg durch die Ausbildung an der Otto-Falkenberg-Schule in München, einer Kaderschmiede für junge Schauspieltalente. Dort wird er tagsüber immer wieder physisch und psychisch an seine Grenzen getrieben, muss abstruse Lehrmethoden über sich ergehen lassen und setzt sich mit schrulligen Kommilitonen auseinander. Abends betrinkt er sich exzessiv mit den Großeltern (sie Schauspiel-Diva, er emeritierter Philosophieprofessor), die körperlich und geistig mehr und mehr abbauen und in ihrer gutbürgerlichen Gemütlichkeit den Tag in alkoholische Getränke gegliedert haben: der Champagner zum Frühstück, Rotwein zum Mittagessen und natürlich der allabendliche Whisky vor dem Zubettgehen. Was ziemlich nach Klamauk klingt, hat aber noch eine zweite Ebene. Meyerhoff reflektiert ganz nebenbei noch die wirklich wichtigen Fragen des Lebens: Wer will ich sein und was bin ich bereit dafür zu tun? Wie kann ich Frustration ertragen und dabei trotzdem funktionieren? Wie gehe ich damit um, wenn geliebte Menschen sich schleichend verabschieden? Es ist genau diese tragisch-komische Gemengelage, die den Roman zu einem sehr kurzweiligen Lesevergnügen macht.

22. Dezember – Die Zugreise

Es machte *rumms* und ein stechender Schmerz fuhr durch meinen ganzen Körper. Ursprünglich ging er von meinem dicken Zeh aus, der gerade nur in einer Birkenstock-Sandale steckte, und breitete sich so stark aus, dass ich kurz quietschen musste. Der zahnlose alte Mann neben mir lächelte mich an und zeigte mir, dass ich die schwere Stahltür mit meinem Fuß aufhalten muss. Sonst würde sie mir immer wieder gegen den Zeh knallen. Ich lächelte ihm dankbar zu und er nahm wieder seinen Weg auf, um den hungrigen Gästen im Zug ihr Frühstück zu servieren. Leicht beschämt machte ich mich also an die Aufgabe, weiterhin in der geöffneten Zugtür stehen zu bleiben, sie gleichzeitig mit dem Fuß gegen den Fahrtwind aufzuhalten und mich, sehr unindisch, leicht panisch festzuhalten um nicht herausgerissen zu werden. Doch so ungemütlich diese Situation auch war, nach kurzer Zeit lernte ich mich zu entspannen, und das, was ich sah, war so atemberaubend schön und entspannend, dass dies wirklich der schönste Moment meines Jahres 2017 war.

Ich stand in der warmen Zugluft, die genau richtig temperiert war, um nicht zu frieren oder zu schwitzen (anders als in dem vollklimatisierten Abteil, in dem meine Freundin Pfirsich und ich unsere Sitze gebucht hatten). Vor mir zogen wunderschöne westindische Landschaften vorbei: Berge, Hügel, Täler, grüne Landschaften, Reisfelder, Sandwege, Flüsse, Tümpel und Tempel. Exotische Tiere begrüßten den frühen Morgen (es war erst circa 6:30 Uhr morgens, als ich mich dort hinstellte): ich sah verschiedene Vögel, eine Menge Wasserbüffel, kleine und große Hunde, Katzen, Pfauen, und wenn ich nicht so schnell an ihnen vorbeigerauscht wäre, sicher auch Schlangen und kleinere Insekten. Die Sonne stieg langsam auf und spiegelte sich glitzernd in den kleinen Pfützen wieder.

„Wie kann Pfirsich dabei die ganze Zeit nur pennen?“, fragte ich mich, und dann noch in diesem unterkühlten Abteil, während ich drei Stunden am Stück in der Zugtür stand und die Landschaft beobachtete. So ruhig bin ich eigentlich nie, dass ich mich drei Stunden mit nur einer Tätigkeit beschäftigen kann, aber an diesem verzauberten Sonnenaufgang im indischen TAPOVAN Express war es nur eine logische Konsequenz. Bis mir der zahnlose alte Mann signalisierte, dass er mein Frühstück auf den Sitz gestellt hatte. Und wir aussteigen mussten und dabei von zahlreichen 1,50m großen indischen Frauen aufgehalten wurden, die in den Zug drängelten und uns nicht aussteigen lassen wollten. Aber das ist eine andere Geschichte.

Ich bin so dankbar, dass ich dieses Abenteuer Indien immer wieder entdecken darf und diesen wunderschönen Moment in der geöffneten Zugtür erlebte. Auch wenn meine Eltern wahrscheinlich jetzt vor Sorge umkippen, wenn sie lesen, dass ich bei geschätzten 100 km/h ohne Anschnallgurt in einer Zugtür stand, und das auch noch stundenlang. Aber es hat sich gelohnt.

Manche Menschen sammeln Stempel in ihrem Pass wie Trophäen. 50 Länder sollte man doch mindestens schon mal gesehen haben im Leben, und das am besten, bevor man 30 ist. Ich finde, es gibt nichts schöneres als sich ein paar wenige Länder herauszupicken und diese von Grund auf zu untersuchen und zu verstehen. Immer mehr über die Kultur, die Menschen und die Geschichte zu lernen, Freunde und eventuell sogar Familie zu finden.

Und sich am Ende selber neu zu entdecken.

links: der Ausblick_ rechts: ich

21. Dezember – positiv Denken!

Der heutige Gastbeitrag stammt von einem Blogger, der so viel gute Laune versprüht, dass es schwierig ist, beim Lesen seiner Artikel nicht zu schmunzeln, und daher freue ich mich sehr, dass ich Peffe, den Veganizer, für meinen Adventskalender gewinnen konnte!! Schon der Kontakt mit ihm war sehr freundlich und auch wenn man sich den Veganizer-Blog anschaut, wird man schnell von den ganzen toll beschriebenen Rezepten und den anderen Posts inspiriert. Artikel wie „Wieso ich als Veganer Geld wie Heu verdienen will“ oder „Mein unkompliziertes veganes Weihnachtsmenü„, in dem zunächst darauf eingegangen wird, wie die vergangenen Weihnachten, bei denen er in der Kindheit eine kratzige braune Festtagshose tragen musste, verlaufen sind, machen Spaß zu lesen.

Heute spricht Peffe für uns über persönliche Gedanken und wie er es schafft negative Gedankenmuster aus dem Kopf zu verbannen. Vielen Dank für den schönen Post, lieber Peffe!


„Habe ich im Job alles richtig gemacht? Was denken meine Freunde von mir? Werde ich morgen alles schaffen, was ich mir vorgenommen habe? Klappt es mit der Gehaltserhöhung, damit ich endlich noch mehr Geld zur Verfügung habe? Wo bleibt eigentlich immer mein ganzes Geld? Werde ich mir den nächsten Urlaub leisten können? Sind die Schmerzen in der Brust morgen wieder weg? Wieso bin ich eigentlich nie gut genug und kann so wenig? Wieso fühle ich mich eigentlich nie so richtig frei?“

Ca. 60.000 Gedanken schwirren uns allen durchschnittlich pro Tag im Kopf herum. Der größte Teil besteht aus Sorgen, Ängsten, Nöten und Zweifeln. Lediglich 3% davon sind schöne, positiv gestaltete Gedanken. Wo kommt das eigentlich her? Wieso ist das Glas fast immer halb leer und nicht halb voll?

Ich hatte sehr oft das Gefühl, dass ich Olympiasieger im „Scheiße-Sein“ wäre. Dass ich es sowieso nicht schaffen würde, irgendwann mal etwas zu tun, was mich glücklich machen könnte, obwohl ich eigentlich alles hatte. Ständig habe ich darüber Gedanken gemacht, was andere Menschen über mich denken könnten. Nur ganz selten habe ich auf mein Herz gehört, sondern meistens auf die Vernunft.

Irgendwann habe ich damit angefangen, meine Gedanken einfach nur zu beobachten für eine gewisse Weile. Dann habe ich damit begonnen zu meditieren und mit der Zeit bin ich immer achtsamer geworden. Achtsamer im Umgang mit meinen viel zu negativen Gedanken, mit meinem Körper, mit den vielen negativen Glaubenssätzen, die ich mir immer wieder eingetrichtert habe oder mir habe eintrichtern lassen. Achtsamer und liebevoller im Umgang mit mir selbst.

Auch heute kommt es immer wieder vor, dass ich in dieses alte Negativ-Muster verfalle. Doch ich erkenne die Gedanken meistens sofort und lenke sie dann auf etwas Positives. Auf Dinge, die mich glücklich, zufrieden und frei machen. Wenn ich an negative Erlebnisse denken kann, dann kann ich genauso auch an schöne Zeiten denken, die ich schon erlebt habe. Meine Gedanken sind meine Entscheidung!

Für mich war und ist der Weststrand der Insel Sylt der Ort, an dem ich mich richtig frei und glücklich fühle. Jedoch habe ich auch früher schon an dem wild tosenden Meer gestanden und die Stunden gezählt, wann ich wieder zurück in den Alltag musste. Auch dort konnte ich diese überragenden Momente nicht richtig genießen. Seitdem ich meinen Geist täglich nur wenige Minuten trainiere, seitdem kann ich das. Letzte Woche saß ich mit meinem Hintern im kalten Sand an meiner Stelle, an meinem Meer, an meinem Strand und ich war zum ersten Mal so frei wie ein Vogel. So frei, dass ich vor so viel Dankbarkeit, Freude und Liebe in meinem Herzen fast geplatzt wäre. So frei, dass ich von diesem Gefühl gar nicht genug bekommen konnte. So frei, dass ich das Glück knirschen hören konnte :).

Von diesem Gefühl kann ich nicht mehr genug bekommen und ich bin gerade mal am Anfang meiner Reise. Ich wünsche Dir ganz viele wunderschöne Momente. Gute Reise!

 

20. Dezember – Anerkennendes Lachen

Weihnachten nähert sich in schnellen Schritten und schon sind wir bei Türchen Nummer 20 dieses Kalenders! Der heutige Beitrag freut mich besonders. Er wurde nämlich von meinem Cousin Purnima verfasst. Purnima arbeitet als Psychologe und Yogalehrer und hat sich besonders auf Lach-Yoga spezialisiert. (Hier findet ihr einen Beitrag darüber und das Yoga Vidya Zentrum Oldenburg).

Und deswegen fand ich ihn einfach super geeignet, um einen Post zum Thema Achtsamkeit auf meinem Blog zu veröffentlichen! Vielen Dank für deinen Beitrag, Purnima! :)


Anerkennendes Lachen

Wer kennt es nicht, morgens in den Spiegel zu schauen und bei sich selber ganz viele Entfaltungsmöglichkeiten zu entdecken, nicht zufrieden zu sein, mit sich, mit Gott, mit der Welt. Im Lachyoga gibt es eine schöne Übung, um dem entgegenzuwirken. Ich forme mit Daumen und Zeigefinger einen Kreis und töne ein „bewunderndes„ „AH“, anerkennend das, was ist, mit einem leichten Lächeln auf den Lippen. Das Chin/Jnana Mudra (Übersetzt bedeutet Mudra „Das, was Freude gibt“ – „Mud“ heißt Freude, „ra“ geben.) lässt den/die Übende(n) innerlich friedlicher und harmonischer werden und verstärkt in Kombination mit regelmäßiger Meditation die eigene intuitive Weisheit. Wenn ich gut zu mir bin, mich freundlich anlächele (put a smile on your heart) kann ich auch meinen Mitmenschen leichter ein Lächlen schenken und so den Versuchungen der Konsumwelt leichter widerstehen.

Probiere es aus, und die Welt wird ein klein wenig heller erscheinen… Lächle, atme ein, forme das Jnana Mudra, atme aus und lächele dich selbst im Spiegel an.

Uwe-Purnima Breitkopf

(Dipl. Psych. und Lachyoga Leiter)

Eines Tages entschloss sich der Wahnsinn, seine Freunde zu einer Party einzuladen. Als sie alle beisammen waren, schlug die Lust vor, Verstecken zu spielen.

„Verstecken? Was ist das?“ fragte die Unwissenheit. „Verstecken ist ein Spiel: einer zählt bis 100, der Rest versteckt sich und wird dann gesucht“ erklärte die Schlauheit. Alle willigten ein bis auf die Furcht und die Faulheit. Der Wahnsinn war wahnsinnig begeistert und erklärte sich bereit zu zählen. Das Durcheinander begann, denn jeder lief durch den Garten auf der Suche nach einem guten Versteck. Die Sicherheit lief ins Nachbarhaus auf den Dachboden, man weiß ja nie. Die Sorglosigkeit wählte das Erdbeerbeet. Die Traurigkeit weinte einfach so drauf los. Die Verzweiflung auch, denn sie wusste nicht, ob es besser war sich hinter oder vor der Mauer zu verstecken.

„…98, 99, 100!“ zählte der Wahnsinn. „Ich komme euch jetzt suchen!“ Die erste, die gefunden wurde, war die Neugier, denn sie wollte wissen, wer als erster geschnappt wird und lehnte sich zu weit heraus aus ihrem Versteck. Auch die Freude wurde schnell gefunden, denn man konnte ihr Kichern nicht überhören. Mit der Zeit fand der Wahnsinn all seine Freunde und selbst die Sicherheit war wieder da.

Doch dann fragte die Skepsis: „Wo ist denn die Liebe?“ Alle zuckten mit der Schulter, denn keiner hatte sie gesehen. Also gingen sie suchen. Sie schauten unter Steinen, hinterm Regenbogen und auf den Bäumen. Der Wahnsinn suchte in einem dornigen Gebüsch mit Hilfe eines Stöckchens. Und plötzlich gab es einen Schrei! Es war die Liebe. Der Wahnsinn hatte ihr aus Versehen das Auge rausgepiekst. Er bat um Vergebung, flehte um Verzeihung und bot der Liebe an, sie für immer zu begleiten und ihre Sehkraft zu werden. Die Liebe akzeptierte diese Entschuldigung natürlich.

Seitdem ist die Liebe blind und wird vom Wahnsinn begleitet…

(Autor unbekannt)

18. Dezember – zwei Momente

Das heutige Türchen ist quasi eine Art doppeltes Türchen, denn es wir von Angela und Laura von den „Vegan Food Twins“ geöffnet. Auf die beiden bin ich bei der Recherche zu meinem Adventskalender gestoßen und der Blog ist auch erst etwas über eineinhalb Jahre alt, allerdings total empfehlenswert. Alleine die letzten fünf (!!) Rezepte sind tolle Keksrezepte für Weihnachtsplätzchen, wie z.B. Vanillekipferl, vegane Zimtsterne oder Florentiner.

Heute beschreibt sowohl Angela als auch Laura ihren schönsten Moment 2017. Vielen Dank fürs Mitmachen, euch beiden!


Hallo wir sind die VeganFoodTwins, Laura und Angela. Angefangen hat alles damit, dass wir unsere Rezepte sammeln wollten. Denn oft konnten wir sie nicht weitergeben da sie rein aus dem Handgelenk gemacht waren. So begannen wir Sie aufzuschreiben und in einem Blog zusammenzufassen.

Daher wird es jetzt Zwei texte geben.

Angela:

Im Sommer machten wir Urlaub in Schottland, um es gleich zu sagen, als veganer verhungert man in Schottland nicht, ganz im Gegenteil. Darum soll es heute aber nicht gehen.

Ich wollte mit euch den, für mich schönsten Moment dieses Uhrlaubes teilen. Unsere kleine Wanderung zum Steall Waterfall bei Fort William. Eine Wanderung die unbedingt festes Schuhwerk und tritt Sicherheit benötigt. Etwas Mut wäre auch nicht schlecht, denn wenn man von einem Schild mit der Aufschrift „ Danger of Deaht, fatal accidents do occur by falling from this Path“ begrüßt wird, dann kann einem schon etwas mulmig werden.

Aber bis man überhaupt dort ankommt muss man erstmals mit dem Auto über eine einspurige Strecke, die mit einem Allrad besonders viel Spaß macht. Am Ende dieser Straße, die sich am Benn Nevis lang zieht kommt man zu einem kleinen Parkplatz, dort steht dann auch das besagte Schild.

Nun geht man durch einen kleinen Wald, über einen Wanderweg, doch bald ist dieser Weg nur noch ein Pfad aus Steinen, kleinen Treppchen und kleinen Wasserfällen über die man steigen darf. Mit jedem Meter wird es dunkler, man geht im Dunkeln eines überwachsenen Tunnels. Auf der einen Seite geht der Berg hoch und neben einen geht es weit hinunter, man hat nur das Rauschen eines Flusses im Ohr. Es geht hinauf und hinunter, man windet sich am Berg entlang, muss über Felsen klettern oft sind diese feucht vom Sprühen des Tosendem Wassers unter einem. Das Tosen wird Lauter und man kommt an eine Stelle an der man die Ausgewaschenen Felsen sieht, kaum 2 Meter unter einem hat das Wasser Becken und Kanäle in den Stein gefressen. Gefesselt von diesem Anblick geht man weiter, steht vor zwei Felsen, geht um diese herum. Da ist es, Glen Nevis, das wohl schönste Tal was ich gesehen habe. Vor einem erstreckt sich eine Weitläufige Fläche, erhellt von der glühenden Nachmittagssonne neben einen ein ruhiger Bach, welcher hinter einem zum tosenden Monster wächst. Heidegewächse und grünes Gras, ein kleiner Pfad windet sich vor einem. Der Wasserfall ist nur zu erahnen, noch liegt er hinter einer Kurve. Hat man diese erreicht liegt vor einem das Flussbett, kühles glasklares Wasser, der Wasserfall darüber. Stille, nur leises plätschern des Wassers, der Wasserfall ist kaum zu Hören.

Für einen Augenblick Unendlichkeit steht man da und bewundert die Natur.

Laura:

Zu meinem schönen Moment muss ich vorweg noch kurz etwas erzählen.

Wir haben dieses Jahr unser Fachabitur gemacht, damit jenes anerkannt wird müssen mir ein mindestens neun Monate langes Praktika machen. Ich habe die Chance genutzt und dieses Praktika gleich mit meiner Wunsch Ausbildung „verbunden“. Ich würde gerne Konditorin werden, allerdings gibt es bisher noch nicht die Möglichkeit diese Ausbildung Vegan freundlich zu gestalten. Also habe ich mir einen Betrieb rausgesucht in dem ich schauen kann wie ich damit zurechtkomme tierische Produkte zu verarbeiten…

Nun arbeite ich in einem wunderschönen kleinen Café. Mit echt tollen Kollegen:)

Und hier beginnt auch mein schöner Moment.

Nun bin ich schon einige Monate dort und schon von Anfang an gab man mir das Gefühl wert geschätzt zu werden, ein wunderschönes Gefühl, das mir zuvor, außer von Familie und Freunden, selten vermittelt wurde.

Nun kam meine Chefin vor ein paar Tagen zu mir, um mit mir meine Urlaubstage zu planen. Dabei meinte sie „ich will gar nicht an die Zeit denken wenn du nicht mehr da bist“, da musste ich schon erstmal schlucken. Denn sie und andere Kollegen sind mir echt ans Herz gewachsen. Dann haben wir uns noch umarmt und sie meinte wie schön es ist mich in Team zu haben und hat sich für alles bedankt. So Wort für Wort kann ich es nicht mehr wieder geben. Aber um die Worte geht es auch nicht, sondern um dieses wunderschöne Gefühl was diese in mir ausgelöst haben. Ein strahlen von innen hinaus. Dieses Gefühl, wertgeschätzt zu werden, wichtig zu sein. Und das nicht nur weil man jemandem Arbeit abnimmt sondern als Person wichtig zu sein. Das mein Ich, meine Persönlichkeit wichtig ist.

Ich hoffe dass jeder von euch schon mal so einen Moment oder solche Momente erfahren durfte. Denn sie sind wunderschön und wichtig. !

17. Dezember – Geschwisterliebe

Möhreneck ist ein wunderschöner Blog mit leckeren Rezepten, Saisonkalender, Buchempfehlungen und diversen Tipps und Artikeln zum Thema Nachhaltigkeit. Es gibt den Blog bereits seit 2012 (gestartet unter dem Namen SweetPie), aber ich habe ihn tatsächlich erst dieses Jahr kennengelernt. Umso mehr habe ich mich gefreut, mich durch Nadines leckere Weihnachtsmenü-Inspirationen (wie z.B. die Safran-Tagliatelle mit Gewürzbutter und Minzmöhren) oder das mega gut aussehende Kürbis-Süßkartoffel-Curry zu klicken. Da bekomme ich direkt wieder Hunger!

Ihr besonderer Moment 2017 ist sehr rührend und zaubert beim Lesen direkt ein Lächeln ins Gesicht. Vielen Dank für den schönen Artikel, liebe Nadine!


Als Laura mich fragte, ob ich einen Tag in ihrem Adventskalender mit einem meiner schönsten Erlebnisse in diesem Jahr füllen möchte, wusste ich sofort welcher es sein wird!

In diesem Jahr hat meine ältere Schwester einen Hochzeitsantrag bekommen. WOW! Das ist irgendwie immer noch unfassbar. Mittlerweile sind wir in einem Alter, da denkt man schon über das Heiraten, Kinder bekommen und den Hauskauf nach. Okay, Letzteres haben die beiden in Eigenregie bereits erledigt.

Doch dieser Moment ist nicht nur für sie und ihren Partner ein besonderer in diesem Jahr gewesen. Auch für mich hat es einen der schönsten Momente beschert. Nichts ahnend saßen wir am Küchentisch zusammen, haben Kaffee getrunken und uns über die Hochzeit unterhalten. Ich bin einfach davon ausgegangen, dass die langjährige beste Freundin ihre Trauzeugin sein wird, und habe begonnen, davon zu sprechen. Da unterbrach mich meine Schwester, denn sie ist noch am Überlegen, wer ihre Trauzeugin werden soll. Das hat mich so verwundert, dass ich selbstverständlich, neugierig wie ich bin, wissen wollte, wer denn zur Auswahl steht. Ich habe noch zwei weitere Freundinnen genannt, die für mich infrage gekommen wären.

Aber nein – sie meinte mich! MICH! Ihre kleine Schwester, die nicht immer eine so gute Beziehung zu ihr hatte, wie es heute der Fall ist. Wir sind früher wie Katz & Maus gewesen. Zusammen in einem Raum für einen längeren Zeitraum und die Fetzen sind geflogen. Man muss jedoch dazu sagen, dass wenn wir uns gegen jemanden verbündet haben, wir ein unschlagbares Team gewesen sind.

Diese angespannten Situationen haben sich mit steigendem Alter gelegt, und nachdem wir beide in eigenen Wohnungen gezogen sind, sind sie so gut wie verschwunden. Mittlerweile treffen wir uns sogar ganz allein, so ganz ohne Grund – einfach weil wir uns lieben. Und aus letzterem Grund wurde ich schlussendlich die Trauzeugin meiner Schwester. Es überraschte mich sehr, rührte mich zu tränen und macht mich unglaublich stolz! Es ist für mich eine der größten Ehren, die meine Schwester mir gewähren konnte.

16. Dezember – Vegan Fine Dining – mit Speckbert

Judith kenne ich inzwischen schon fast drei Jahre über unseren veganen Dinnerclub, mit dem wir uns einmal im Monat gegenseitig bekochen mit einem köstlichen 3-Gänge-Menü. Auch wenn es mal nicht ums Essen geht, treffen wir uns oft, und vor kurzem hat sie auch mit einem eigenen Blog-Tagebuch angefangen. Denn Judith ist seit inzwischen etwas über 8 Monaten die Mama des kleinen Speckbert, mit dessen Anekdoten sie uns regelmäßig bei Instagram und auf ihrem Blog unterhält. Dort könnt ihr auch unter dem Tag „Nichts als die Wahrheit“ lesen, wie es mit so einer Schwangerschaft wirklich laufen kann. Natürlich alles mit einem kleinen Augenzwinkern. ;)

Heute unterhält sie uns mit einem schönen Moment diesen Jahres, den sie auf einer Reise nach München erlebt hat. Danke für den schönen Artikel, liebe Judith!


Vegan Fine Dining – mit Speckbert

 

Speckbert? Vegan? Da passt doch was nicht, ist sicherlich dein erster Gedanke.

Dochdoch, ich versichere dir, das passt perfekt.

Speckbert ist nämlich der Spitzname des Sohnes und gleichzeitig sein Codename im Internet. Speckbert ist nun acht Monate alt und ein richtiger Gourmet. Wie die Elternfraktion. Und da das hier nicht plötzlich ein Muttiblog ist oder werden soll, widmen wir uns nun dem Essen und einem vorgezogenen Weihnachtsgeschenk.

Im November waren die Speckberts in München. Der Speckbert-Papa war auf einer Konferenz und der Familienanhang durfte ihn begleiten, inklusive eines Familienkurzurlaubes im Anschluss. Wenn man schon mal in München ist…

Denn in München war noch keiner der Speckberts. Neben diversen Sightseeingpunkten stand insbesondere auf Mama Speckberts Liste ein Punkt ganz weit oben: Essen im TIAN – experience taste. Das TIAN ist ein vegetarisch-veganes Restaurant, das man im oberen Segment der Restaurants einordnen kann, wenn auch es in München leider noch keinen Stern hat. Das Hauptrestaurant in Wien jedoch war das erste rein vegetarische Restaurant in Europa, dass einen Michelinstern verliehen bekommen hat. Wenn das nicht mal was ist! Und so stand fest: Die Speckberts gehen ins TIAN. Ursprünglich sollte das ein abendliches Happening nur für Mutti und Papa Speckbert werden, aber da sich die Suche nach einem Babysitter kompliziert gestaltete, stand der Entschluss schnell fest: ALLE Speckberts gehen ins TIAN. Zum Lunchmenü. Und wenn der Speckbert Stress macht, ist der Ausgang ja nicht weit. Wird schon schiefgehen.

Zunächst einmal waren wir positiv überrascht, dass es offenbar kein Problem war, dass wir mit Baby kommen, denn dies erwähnten wir bei der Reservierung gleich mit. So ein Kinderwagen passt ja auch nicht überall hin.

Und dann ging das Festmahl los.

Mittags kann man im TIAN zwischen à la carte und einem zwei bzw. drei Gang Menü für einen unschlagbaren Preis wählen. Unsere Wahl fiel, nicht nur des Preises wegen, auf das Menü. Die veganen Gerichte waren in der Karte gekennzeichnet. Es gab jeweils mindestens eine vegane Option in den verschiedenen Gängen. Während wir frisch gebackenes Brot auf heißen Steinen mit Butter, Olivenöl und Meersalz serviert bekamen, gab es für den Speckbert erst einmal eine Pulle Milch. Ein sattes Kind nörgelt erfahrungsgemäß weniger.

Papa gibt Speckbert die Flasche

Als erste Vorspeise gab es eine Möhrensuppe, welche frisch am Tisch effektvoll in den Teller gegossen wurde. Optisch unscheinbar, war diese geschmacklich aber wirklich eine Wucht. Aromen von Ingwer und Orange, fein aufeinander abgestimmt und in einer wunderbar cremigen Konsistenz. In der Mitte des Tellers war ein Stück marinierter Tofu platziert. Mutig, wie wir finden, denn Tofu mag noch lange nicht jeder. Uns schmeckte er hervorragend.

Suppe, die eingegossen wird

Die zweite Vorspeise, präsentierte sich eben so simpel, wie geschmacklich intensiv: Couscous mit Aubergine, Granatapfel und Koriander. Die gegrillte Aubergine schmolz förmlich auf der Zunge und fand sich als Creme erneut im Gericht wieder. Der Couscous war saftig und luftig und genauso, wie man ihn sich wünscht. Die leichte Säure der Granatapfelkerne rundete das Geschmackserlebnis gut ab.

Couscous

Nachdem uns die Vorspeise schon so gut gefiel, stieg die Spannung auf die Hauptspeise. Und gleichzeitig auch die Sorge, ob der Speckbert so lange durchhalten würde. Während der Vorspeise war er mit einem Löffel perfekt beschäftigt, aber ob das beim Hauptgang auch noch reichen würde? Zum Glück dachte das Servicepersonal mit und servierte zum Hauptgang etwas frisches Baguette für ihn.

Das erste Gericht des Hauptgangs erschien optisch zunächst enttäuschend, da es viel zu sehr an die Couscous-Vorspeise erinnerte. Dieser erste Eindruck löste sich mit dem ersten Bissen aber sofort in Luft auf, denn die Aromen waren hier völlig anders gewählt. Während sich die Vorspeise eher orientalisch angehaucht präsentierte, war das Hauptgericht herbstlich-würzig-erdig. Das gegrillte Wurzelgemüse auf dem Bulgurbett wurde durch eine Petersiliensauce verfeinert. Das knackige Wurzelgemüse fand sich als feine Creme erneut im Gericht wieder. So gut können einfache Zutaten verarbeitet werden!

Bulgur

Optisch sehr schön angerichtet war das zweite Hauptgericht: Polenta, Waldpilze, Rosmarin und Salzzitrone. Auch hier dominierten erdige Aromen in Kombination mit Röstaromen. Die Polenta war recht fest und dadurch etwas schwer zu schneiden, geschmacklich aber ausgezeichnet. Die Funktion der Salzzitrone ergab sich unserem Gaumen nicht ganz, wir empfanden den Geschmack eher als störend. Insgesamt aber ein rundes und wunderbar herbstliches Gericht.

Polenta mit Pilzen

Leider gab es bei der Nachspeise im Menü nur eine Option – wir hätten uns auch hier gerne eine Auswahl zwischen zwei Optionen gewünscht. So bestellten wir beide dieselbe Nachspeise. Die Nachspeise soll das Menü ja abrunden und bleibt zumindest bei uns immer am längsten in Erinnerung. Leider konnte die Nachspeise uns nicht ganz glücklich stimmen, insbesondere da wir auf diese wirklich lange warten mussten, da wir wohl vergessen wurden. Die Küche hatte jedenfalls schon mit dem Aufräumen begonnen. Zwar war der Flan wirklich fein, das Gericht aber in der Gänze lasch und im Vergleich zu den geschmacklich starken anderen Gängen nahezu langweilig. Die versprochenen Aromen von Anis und Zimt vermissten wir fast gänzlich, sodass wir sogar den Speckbert etwas vom Gericht haben essen lassen. Das Sorbet war wässrig, die Zwetschgen hätten deutlich mehr winterliches Gewürz vertragen. Es war keine schlechte Nachspeise, aber da haben wir schon deutlich bessere vegane Desserts gegessen, zum Beispiel im bucks.vegan frengeln in Münster. Und die erheben keinen Anspruch auf gehobene Küche.

Dessert

Wieder wettgemacht und den süßen Zahn zufriedengestellt haben uns dafür aber die unglaublich feinen lokalen Saftschorlen von Weinbergpfirsich und Blaubeere.

Insgesamt war die Erfahrung, im TIAN essen zu gehen eine schöne. Erst recht, weil der Speckbert sich von seiner absolut besten Seite präsentiert hat und Mutti und Papa so ganz entspannt genießen konnten. Die Gerichte waren größtenteils fein gewürzt, in sich stimmig und das unter Verwendung saisonaler Produkte – ein großer Pluspunkt! Sollten wir noch einmal in München sein, werden wir bestimmt erneut zum Lunchmenü dort vorbeischauen. Und euch kann ich das auch nur empfehlen – ob mit oder ohne Kind. Denn dass das geht, beweisen wir uns immer wieder aufs Neue. Ein tolles vorgezogenes Weihnachtsgeschenk. Und ein günstiges noch dazu. Für jeweils drei Gänge, zwei Saftschorlen und einem Wasser haben wir ca. 60 Euro gezahlt!

Liebe Grüße, eure Frau Speckbert (IG: speckbert2017)

 

14. Dezember – Freude am Backen

Iris von „Frau Wunderlich backt“ kenne ich noch nicht so lange – eigentlich erst, seitdem ich auf Facebook von ihrer wundervollen Keksbackaktion auf ihrem Blog erfahren habe und diese so toll fand, dass ich sie spontan gefragt habe, noch bei dem Adventskalender mitzumachen. Das hatte Iris, und ich danke dir sehr für diesen schönen Beitrag!

Schaut gerne mal auf ihrem Blog vorbei, neben richtig cooler Plätzcheninspiration für die weihnachtliche Kaffeetafel findet ihr dort sehr schöne Kuchen und Torten von der gelernten Konditormeisterin, Brot, Brötchen und Eis! Jetzt aber zu ihrem heutigen Beitrag. Viel Spaß mit Türchen Nr. 14!


Hallo ihr Lieben,

das hier ist mein allererster Gastbeitrag und ich freue mich sehr, dass ich dadurch diesen tollen Blog hier kennen lernen durfte und ich euch erzählen kann, was mir am Herzen liegt.

Ich liebe das Backen ebenso sehr wie ich das Kuchenessen liebe und deswegen habe ich es auch zu meinem Beruf gemacht. Backen ist für mich einfach Entspannung. Selbst wenn ich mir viel vorgenommen habe und stundenlang in der Küche stehe, merke ich, dass es mich fast keine Mühe kostet, sondern mir einfach nur Spaß macht. Ich kann in diesen Momenten meinen Gedanken nachgehen und die einzigen Probleme die ich dann habe sind die Einstellung der richtigen Ofentemperatur oder ob ich noch genug Mehl für eine zweite Sorte Plätzchen im Schrank habe.

Ich habe neulich gelesen, dass Backen auf viele Menschen tatsächlich so etwas wie eine therapeutische Wirkung hat und sehr beruhigend sein kann. Das empfinde ich auf jeden Fall auch so. Vor allem dann, wenn ich beim kreativen herumexperimentieren mit den Zutaten durch nichts anderes gestört werde.

Was mir aber manchmal noch mehr Spaß macht als das Backen an sich, ist das Wissen für andere zu backen. Dieser Moment, wenn man etwas Selbstgemachtes an einen anderen Menschen verschenkt und derjenige sich darüber freut und es wert zu schätzen weiß, ist einfach unvergleichbar. Dadurch mache ich anderen eine kleine (manchmal auch große) Freude und durch diese Freude fühle ich mich in dem bestätigt was ich mache und was ich kann. Wenn ich mich also mal nicht so gut fühle hilft eine kleine Backsession doch sehr. Ich entspanne mich und anschließend sehe ich leuchtende Augen wenn ich jemandem ein Stück Kuchen vorsetze.

Ich habe jetzt in der Adventszeit, durch meinen Plätzchenmarathon auf meinem eigenen Blog, sehr oft die Möglichkeit jemand anderem eine Freunde zu machen und erst vor ein paar Tagen hatte ich einen besonders schönen Moment, als ich einer mir bis dahin völlig fremden Person eine große Tüte Kekse übergeben habe. Mit einem Strahlen im Gesicht wurden die Kekse entgegen genommen und ich war einfach nur glücklich und zufrieden. Immer wenn ich daran denke muss ich ein wenig lächeln und bin dankbar für diesen schönen Augenblick.

Probiert es also einfach mal aus: nehmt euch die Zeit in Ruhe etwas in der Küche zu zaubern und seht, wie ihr eure liebsten Menschen und euch selbst damit glücklich machen könnt.

13. Dezember – Winter Scones

Melanies Blog „Veggiejam“ verfolge ich nun auch schon seit einigen Jahren (seit diesem Jahr allerdings unter neuem Namen :)) und erfreue mich immer wieder an ihren leckeren, gesunden Rezepten und schönen Fotos. Dort werde ihr schnell fündig, wenn ihr Lust habt zu kochen und ein neues Rezept sucht, wie zum Beispiel mit Pizza-Hummus oder Schokokuchen mit Kürbiscreme.

Sie hat vor zwei Jahren sogar auch schon das Kochbuch „Heute mal vegan“ herausgebracht, in dem sich viele alltagstaugliche vegane Rezepte, Infos und Tipps zu Zutaten finden, wie z.B. Chia-Pudding, Smoothies und Crêpes, aber auch herzhafte Burger, Salate und Suppen finden. Heute stellt sie uns ein weihnachtliches Rezept vor. Vielen Dank fürs Teilen, liebe Melanie!


Hallo ihr Lieben,

Ich freue mich, ein Törchen von Lauras Adventskalender füllen zu dürfen.

Das Jahr 2017 neigt sich so langsam aber sicher dem Ende zu und auch wenn es jetzt zum Ende hin noch etwas stressig für mich wird (mein Freund und ich stecken mittem im Umzugschaos), schaue ich mit Zufriedenheit und einem Lächeln auf die letzten Monate zurück: Ich bin mit meinem Freund zusammen gezogen, habe mein Studium erfolgreich abgeschlossen und ich habe meinen neuen Blog ‘Veggie Jam’ ins Leben gerufen.

Nun steht schon bald 2018 vor der Tür – und damit ein komplett neuer Lebensabschnitt für mich. Wir lassen 280 km hinter uns und ziehen in die Nähe von Würzburg. So sehr ich mich auf den Neustart freue, herrscht dennoch eine gewisse Unruhe in mir – die Angst keinen Job zu bekommen; die weite Entfernung zu meiner Familie; die Sorge keine neuen Freunde zu finden. Vielleicht steckt ihr ja in einer ähnlichen Situtation.

Ich möchte mir jedoch nicht zu sehr darüber Gedanken machen und lieber die schöne Weihnachtszeit mit meiner Familie und meinen Freunden verbringen – das ist für mich einfach immer das Highlight des Jahres. Warmes Kerzenlicht, daußen Schnee und mit einem heißen Kakao in einer Decke eingekuschelt mit den Liebsten plaudern, während im Hintergrund Weihnachtsmusik spielt. Was gibt es Schöneres?! Vielleicht noch etwas Essbares dazu? Am besten Selbstgemacht? Wie wäre es mit leckeren veganen Winter Scones, die ihr mit euren Liebsten teilen könnt?! Lasst es euch schmecken, genießt die Feiertage und vergesst eure Sorgen, zumindest für ein paar Tage!

Für ca. 7 Scones

– 50 ml Olivenöl

– 280 g Dinkelmehl (Typ 1050)

– 45 g zarte Haferflocken

– 65 g Rohrohrzucker

– 250 ml Kokosmilch aus der Dose

– 1 EL Backpulver

– ¼ TL Nelken, gemahlen

– ½ TL Zimt

– ¼ TL Muskat, gemahlen

– ½ TL Vanillearoma oder gemahlene Vanille

– 80 g getrocknete Früchte (z.B. Feigen, Aprikosen, Rosinen), klein gehackt

– 30 g Mandelstifte

Für die Orangenglasur

– 50 ml Orangensaft (ca. ½ Orange)

– 1 TL Speisestärke

– 2 EL Rohrohrzucker

1. Das Olivenöl in eine Silikon- oder Eiswürflform geben und etwa 20-30 min im Gefrierschrank etwas anfrieren lassen.

2. Den Backofen auf 180 °C Umluft vorheizen.

3. Die trockenen Zutaten in eine Schüssel geben und verrühren.

4. Nun das halb gefrorene Öl dazu geben und mit einer Gabel einarbeiten. Anschließend die Kokosmilch dazugeben und zu einem Teig verarbeiten.

5. Zuletzt Trockenfrüchte und die Mandelstifte in den Teig einarbeiten.

6. Den Teig auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen und in 7 Stücke schneiden. Die Stücke auseinander ziehen und auf dem Blech verteilen.

7. Anschließend ca. 25-30 min backen. Aus dem Ofen nehmen und kurz abkühlen lassen.

8. Für die Glasur 1 EL des Orangensaftes mit der Speisestärke verrühren. Den restlichen Saft mit dem Zucker in einen kleinen Topf geben und aufkochen lassen. Dann die Speisestärke-Mixtur einrühren. Kurz kochen bis die Glasur eindickt und anschließend über die Scones träufeln.

12. Dezember – Muttergefühle

Isa von Vegan und Lecker kenne ich eigentlich schon seit Beginn meiner Bloggerkarriere und bewundere seitdem ihre tollen kreativen Rezepte, für die ihr die Ideen anscheinend nie ausgehen. Und sie macht ihrem Blogtitel wirklich alle Ehre (und das mittlerweile schon seit 2009!) – egal, ob Mini-Zimtschnecken, Mandel-Mayonnaise oder ganz rustikale Gerichte wie der Geschmorte Tofu, den man jetzt ja auch toll zur Weihnachtszeit servieren kann.

Heute berichtet sie uns von einem ganz besonderen Moment diesen Jahres :-) Danke für diesen wunderschönen Post, liebe Isa!


Liebe Laura,

vielen Dank, dass ich bei deinem Achtsamkeits-Adventskalender mitmachen darf :-) Eine sooo schöne Idee!

Mein besonderer Moment dieses Jahr, von dem ich noch lange zehren werde, ist die Geburt unseres zweiten Sohnes im September.

Einmal natürlich, weil die Geburt eines Kindes grundsätzlich etwas Besonderes ist, was mal eben die Welt aus den Angeln hebt von Jetzt auf Gleich. Ich glaube, ein einschneidenderes Erlebnis gibt es nicht…

Für mich war diese zweite Geburt aber nochmal etwas mehr besonders. Nicht die Geburt an sich, denn die war schlimm (aber schnell…), aber der erste Moment danach. Denn ich konnte dieses Kind von Beginn an lieben.

Das klingt vielleicht komisch für die meisten, aber für mich war dieses Gefühl besonders und erstmalig. Denn beim (jetzt) großen Sohn konnte ich das nicht. Ich litt an postnatalen Depressionen und alles, was ich nach der Geburt dachte war: `Gott sei Dank ist die Geburt vorbei und jetzt komme doch bitte endlich mal die echte Mama von diesem Kind und nehme es mit, denn ich weiß gar nicht, was ich damit soll und will`. Das klingt schlimm. Es war auch schlimm. Ich möchte da aber gar nicht weiter drauf eingehen, denn hier geht es ja um besondere und magische Momente :-) . Außerdem ist diese Zeit zum Glück längst vorbei Dank Hilfe.

Umso dankbarer war und bin ich aber für die Tatsache, dass es dieses Mal anders war und ist. Ich konnte direkt nach der Geburt Glück empfinden. Glück und Liebe für dieses wunderbare kleine Bündel, was ich gerade geboren hatte. Diese Muttergefühle waren und sind so überwältigend schön, dass ich keinerlei Worte dafür habe.

Ich bin so froh, überhaupt in der Lage zu sein, so etwas empfinden zu können und das macht mich unglaublich stolz.

Diesen Moment werde ich in mir konservieren und mich hoffentlich für immer daran erinnern (alleine bei dem Gedanken daran kommen mir schon fast wieder Tränen…).

Danke, dass ich so etwas erleben durfte. Danke, kleiner M.

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